Konzert des Passauer Universitätsorchesters – Von Helden und Mythen

Nachdem das Passauer Universitätsorchester im vergangenen Semester das erfolgreiche Debüt seines Dirigenten Kiril Stankow gefeiert hat, laden die Musikerinnen und Musiker für ihr traditionelles Sommerkonzert auf eine musikalische Reise in die Welt der europäischen Märchen und Volksweisen ein. Im Zentrum des Abends stehen die Sinfonische Dichtung „Das goldene Spinnrad“ des böhmischen Komponisten Antonín Dvořák und die 1. Sinfonie in D-Dur von dessen Landsmann Gustav Mahler.

Die Konzerte finden am Freitag, den 01.07. und am Sonntag, den 03.07.2016 jeweils um 19:30 Uhr  in der Studienkirche St. Michael statt. Karten sind ab sofort im Büro der Festspiele Europäischen Wochen erhältlich. Ab 20.06. gibt es die Karten auch bei Bücher Pustet (Tel. 0851/56089-13) und beim Vorverkauf in der Mensa der Universität. Der Eintritt kostet im VVK 6,00€ (ermäßigt) bzw. 12,00€ und an der Abendkasse 7,00€ (ermäßigt) bzw. 14,00€.

Text: Eva Lazarus

Einkaufen für den guten Zweck

Mit dem Einkauf spenden – Nachdem die Hilfsorganisation ora international bereits zur Weihnachtszeit mit ihrem jährlichen Adventsbasar Spenden gesammelt hat, geht es jetzt in die nächste Runde: Noch bis zum 15. April 2016 kann man in der Löwengrube 1 in der Passauer Innstadt täglich von 11 bis 18 Uhr bunte Frühlings- und Osterdekorationen, günstige Ledertaschen, Fair Trade Produkte, Selbstgebasteltes, Grußkarten, Flohmarktware und Vieles mehr einkaufen. Von Gewürzen, Honig, handgefertigten Tischdecken, Cremes, Geschirr, Lederhosen und Dirndl – für jeden ist etwas dabei.

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Der Erlös davon hilft Kindern und ihren Familien in Albanien, Rumänien, Moldawien, Indien, Haiti, Uganda und Ghana. Durch die fair gehandelten Waren sollen die Menschen ihre Familien besser versorgen und ihren Kindern eine bessere Zukunft bieten können. Die ehrenamtlichen Helfer stehen in der „Alten Apotheke“ nicht nur für den Verkauf und als Beratung zur Verfügung – auch Kaffee und kleine Häppchen oder Kekse werden von ihnen gratis oder gegen eine kleine freiwillige Spende bereitgestellt. Weitere Informationen zu ora international finden sich auf www.ora-international.at oder direkt im Laden.

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Text und Bild: Sandra Spitzenberger

Die Kehrseite der Medaille

Höher, schneller, weiter. Bloß keine Schwäche zeigen, wenn im Scheinwerferlicht alle Augen auf einen gerichtet sind. Die deutschen Fußballer sind Weltmeister, die Handballer gerade Europameister geworden. Wir lassen uns mitreißen von der Euphorie, die die Teams entfachen. Feiern ihre Erfolge und meinen, die Sportler zu kennen. Doch es ist nicht immer alles Gold, das glänzt. Den harten, steinigen Weg ins Licht sehen wir nicht. Von all den Entbehrungen, welche die Athleten auf sich nehmen, haben wir nur ein vages Bild. Häufig erfahren wir erst dann davon, wenn die Karriere längst beendet ist.

Ariella Kaeslin - Leiden im Licht

Ariella Kaeslin – Leiden im Licht

Robert Enke, Sebastian Deisler oder Sven Hannawald: die Liste von Profisportlern, die auch durch den Spitzensport in Depression und Burn-out getrieben worden sind, ließe sich beliebig verlängern. So auch um den Namen Ariella Kaeslin, ehemalige Schweizer Nationalturnerin. Im Sommer 2011 hat sie dem Spitzensport den Rücken gekehrt. Bis dahin feierten die Medien ihre Erfolge. Europameisterin am Sprung, ihrem Paradegerät. 2009 holte Ariella bei den Weltmeisterschaften in London die Silbermedaille, ebenfalls am Sprung. Im Olympischen Sprungfinale belegte sie den fünften Platz. Ariella stand im Rampenlicht und keiner sah, wie sie litt.
Vier Jahre nach ihrem Rücktritt bricht sie das Schweigen. Gemeinsam mit den Autoren Christof Gertsch und Benjamin Steffen gewährt Ariella in ihrem Buch „Leiden im Licht – Die wahre Geschichte einer Turnerin“ einen Blick hinter die Kulissen. Wir sehen den Trainingsalltag, der bereits in der frühen Kindheit perfekt durchgetaktet ist. Merken, was sie alles für ihren Traum von den Olympischen Spielen aufgibt und investiert. Sind bisweilen geschockt vom rauen Umgangston, der im Schweizer Leistungszentrum in Magglingen zeitweise an den Tag gelegt wurde. Immer besser als die anderen sein, es sich selbst und dem Trainer beweisen. Stark sein, Erfolge feiern – bis der Körper kapituliert. Schonungslos deckt sie auf, was es heißt Profiturnerin zu sein und im Rampenlicht zu stehen. Denn jede Medaille hat zwei Seiten.

Text und Bild: Veronique Prause

 

Sneep Fair Fashion Week 2016

Nachhaltige Mode? Viele denken bei fairer Mode immer noch an weite Hosen im Batik-Look und gefilzte Kleidung. Dieses Klischee von fairer Öko-Mode ist jedoch schon längst veraltet, denn nachhaltige Mode von heute ist zeitgemäß und erschwinglich. Das wollen wir Euch in der sneep Fair Fashion Week 2016 zeigen!

Die Hochschulgruppe sneep Passau veranstaltet vom 21. bis zum 27. Januar zum zweiten Mal die SNEEP FAIR FASHION WEEK. Eine Woche, in der sich alles um faire Kleidung aus ökologisch und sozial korrekter Produktion dreht.

Die Fashion Week beginnt am 21. Januar um 20 Uhr im NK 401 mit einem Vortrag von Bernhard Hartleitner zu Hintergrund, Konzept und Vision des bluesign®-Systems, einem Standard der die ökologische Nachhaltigkeit in der textilen Kette, d.h. dem Weg von der Erzeugung der ersten Faser bis zur Entsorgung verifiziert.

Am 25. Januar geht es weiter mit einem Näh- und Upcylingworkshop in Kooperation mit dem Nähexpress, in welchem Kleidung, die älter ist oder nicht mehr gefällt, neu gestalten und wieder tragbar gemacht wird.

Um 20 Uhr wird in Kooperation mit dem Weltkinoklub der 2015 erschienene Dokumentarfilm “the true cost” (OV) in HS 3 gezeigt. Der Film handelt von unserem Fast Fashion Konsum, von den Menschen, die unsere Kleidung nähen und davon, welche Auswirkungen die Kleidungsproduktion auf unsere Umwelt hat.

Das abschließende Highlight ist die am 27. Januar stattfindende sneep Fair Fashion Show, auf welcher wir die neue Herbst/ Winter Kollektionen 2016/17 junger und nachhaltiger Labels präsentieren. Bei der anschließenden Ausstellung habt Ihr die Möglichkeit, Euch bei guter Musik die Kleidung im Detail anzusehen und mehr über die Labels zu erfahren.

Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr und findet in der Mensa statt.

Der Eintritt ist frei!

Text: Daria Senft

Konzert des Passauer Universitätsorchesters mit Uraufführung „Warrrrte nur!“

 

Es steht eine Reise der besonderen Art bevor, auf die das Passauer Universitätsorchester am 22. und 23. Januar 2016 einlädt. Auf dem traditionellen Winterkonzert des Uniorchesters wird von den mitreißenden Melodien aus dem Violinkonzert in D-Dur von Tschaikowski zu hören sein, von einer romantischen Symphonie des Johannes Brahms bis hin zur Komposition „Meeresbrandung“ des zeitgenössischen Komponisten Sven Daigger.

Die „Meeresbrandung“ Daiggers ist die kürzlich fertiggestellte orchestrale Fassung des gleichnamigen Gedichts von Christian Morgenstern. In diesem, etwas humoristischen Gedicht geht es um das Meer, das versucht sich immer weiter ins Festland hineinzufressen. Lediglich der Mensch stellt ihm dabei Herausforderungen durch seine Festungen, Wälle und Dämme. Doch mit einem immer wiederkehrenden „warrrrte nur!“ knurrt das Meer die Brandung an und warnt sie vor dem Tag an dem der Mensch der Vergangenheit angehören wird. Ein Rauschen geht durch das Orchester, die Wellen schlagen tief von Kontrabässen und Posaunen bis zu den höchsten Tönen der Geigen und Oboen. Mal ist das Meer schnell wie ein Allegro, dann zieht es sich mit einem Andante zurück und knurrt: „warrrrte nur!“

Bei der „Meeresbrandung“ stehen der neue Dirigent des Orchesters, Kiril Stankow, und der Komponist Daigger in engem Kontakt, um die Uraufführung der „Meeresbrandung“ bei den Konzerten im Januar ein Meisterdebut werden zu lassen. Stankow leitet das Orchester seit Oktober 2015 und zeigt mit dem Beschluss die Uraufführung der „Meeresbrandung“ in Passau stattfinden zu lassen seine großen Ambitionen für seine Arbeit mit dem Orchester der Universität.

Auch die Wahl der übrigen Stücke verspricht ein großartiges Debüt des neuen Dirigenten. Tschaikowskis Violinkonzert (Opus 35) entstand weit ab vom Meer, am Genfer See. Nach der desaströsen Ehe des Komponisten entstand das Werk 1878 und bleibt bis heute ein beliebtes Werk für Orchesteraufführungen und zuletzt auch Filmmusik. Mit Brahms 2. Symphonie (Opus 73) wird ein Klassiker aufgeführt, der schon seinen Zeitgenossen als Vorbild galt.  

Die Konzerte werden im Rathaussaal stattfinden. Erhältlich sind die Karten bei Bücher Pustet, Tel. 0851/56089-13 und beim Kartenverkauf in der Mensa der Universität. Die Karten kosten im VVK 6,00 € (ermäßigt) bzw. 12,00 € und an der Abendkasse 7,00 € (ermäßigt) bzw. 14,00 €.

Foto by Florian Penn - Universitätsorchester 2015

Weihnachten im Schuhkarton

Weihnachten – das Fest der Liebe. Die Familie beisammen, ein geschmückter Tannenbaum, leckeres Essen und Geschenke – all das gehört in Deutschland meistens zu diesem besinnlichen Fest. Doch nicht alle Familien können sich solch ein Fest mit Geschenken leisten – sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern.

Die Geschenkaktion “Weihnachten im Schuhkarton” wirkt dem entgegen und bringt Freude in das Leben von Kindern in Not. “Weihnachten im Schuhkarton” gehört zur weltweit größten Geschenkaktion “Operation Christmas Child”. In Deutschland wird die Aktion von der christlichen Organisation “Geschenke der Hoffnung” initiiert. Die Päckchen werden aus dem deutschsprachigen Raum vorwiegend in Osteuropa verteilt. Insgesamt wurden im letzten Jahr über 500.000 Päckchen eingereicht, weltweit fast 10,5 Millionen.

In diesem Jahr feiert “Weihnachten im Schuhkarton” sein 20. Jubiläum. Seien auch Sie zu diesem besonderen Anlass dabei! Es sind keine Grenzen gesetzt, jeder kann mitmachen und seine Gaben einbringen. Unter dem Motto “Mit kleinen Dingen Großes bewirken” wird Liebe so mit Händen greifbar.

Im Raum Passau kann man seinen Schuhkarton an die folgende Abgabestelle bringen:

Studentenwohnheim, Bräugasse 13, 94032 Passau

Für weitere Informationen lohnt es sich, die Website www.weihnachten-im-schuhkarton.org zu besuchen oder unter der Hotline 030-76883883 einen der ehrenamtlichen Helfer anzurufen. Jeder einzelne Schuhkarton hilft, Weihnachten für Familien ein bisschen besser zu machen.

Text von Natalie Koscielny

Auf den Spuren des Pharao

Über eine spannende Zeitreise ins antike Ägypten

Totenmaske Tutanchamuns

Totenmaske Tutanchamuns

1332 vor Christus bestieg Tutanchamun mit neun Jahren den Thron, um Ägypten zu regieren. Ihm waren allerdings nur neun Jahre als Pharao vergönnt, ehe er unter mysteriösen Umständen plötzlich starb. Danach geriet der junge König in Vergessenheit, bis der britische Archäologe Howard Carter 1922 sein fast vollständig erhaltenes Grab im Tal der Könige fand und Tutanchamun zur Berühmtheit machte. Die Ausstellung „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ entführt die Besucher in die Zeit der Pharaonen und vermittelt eindrucksvoll die Entdeckung Carters in seiner originalen Fundsituation.Howard Carter war überzeugt davon, auf der richtigen Spur zu sein. Seit er von jenem vergessenen Pharao Tutanchamun gehört hatte, spürte er den Drang dieses Grab im Tal der Könige zu entdecken – auch wenn es als archäologisch als ausgeschöpft galt. Ab 1917 finanzierte Lord Carnavon dieses Projekt zunächst vier Jahre vergeblich. In der letzten Grabungssaison gelang Carter schließlich der Sensationsfund: Er fand das versiegelte Grab des Pharaos. Durch den verschütteten Zugang hatten auch Grabräuber es noch nicht entdeckt und seiner Schätze beraubt.

Vorkammer und Schatzkammer sind durch die zahlreichen Grabbeigaben regelrecht überladen: Kisten mit Kleidern, Betten mit Nilpferd-, Kuh- und Löwengesichtern, Vorratsgefäße, Teile von Streitwagen, Schilder, Statuen, Schmuck und vieles mehr. Die lebensgroßen Wächterstatuen stehen direkt am Eingang der Sargkammer und bewachen diese. In der 6,40 x 4 m kleinen Grabkammer, die größentechnisch keinem Königsgrab gerecht wird, finden sich vier riesige ineinander geschachtelte Schreine. Sie beherbergen den Sarkopharg des Pharao. Der innerste der drei Särge ist aus massivem Gold gefertigt und wiegt 110,4 kg. Die wohl bekannteste Grabbeigabe ist die goldene Totenmaske, welche Kopf, Schultern und Brust bedeckte.

Fundsituation in der Vorkammer

Fundsituation in der Vorkammer

Wächterstatuen am Eingang der Sargkammer

Wächterstatuen am Eingang der Sargkammer

Warum geriet Tutanchamun, dessen Grab reicher ausgestattet war als das des bedeutenden Pharaos Cheops, in Vergessenheit? Der Grund liegt noch in der Herrschaftszeit seines Vaters Echnaton. Dieser brach abrupt mit den Traditionen, etablierte mit Aton einen neuen Hauptgott und damit eine andere Weltanschauung. Nach Echnatons Tod wandte Tutanchamun sich wieder den alten Traditionen zu, ließ die durch Echnaton zerstörten Tempel wieder aufbauen und huldigte den alten Göttern wieder. Dennoch war der Hass auf den Bruch Echnatons mit den Traditionen so groß, dass nach Tutanchamuns Tod auch sein Name und der seines Nachfolgers Eje in den Königslisten gestrichen und an den Monumenten ausgemeißelt wurde. Die Erinnerung an diese Zeit sollte so ein für allemal ausgelöscht werden. Vermutlich wäre der junge Pharao tatsächlich von der Geschichte vergessen worden, hätte Howard Carter das Grab nicht entdeckt. So ist Tutanchamun heute einer der berühmtesten Pharaonen – nicht nur weil sein Grabschatz mit der Goldmaske so faszinierend funkelt, sondern weil die Rätsel um seinen Tod und seine Mutter nicht endgültig gelöst sind. Willkommen im Reich der Mythen und Spekulationen.

Vergoldeter Schrein

Vergoldeter Schrein

Vergoldete Särge Tutanchamuns

Vergoldete Särge Tutanchamuns

Sargdeckel

Sargdeckel

Grabbeigaben

Grabbeigaben

Vergoldetes Schild als Grabbeigabe

Vergoldetes Schild als Grabbeigabe

Weitere Infos zur Ausstellung gibt es hier

Text und Bilder von Veronique Prause

Amors verlängerter Pfeil in Form der Zauberblume

Eindrücke zur Premierenvorstellung „Ein Sommernachtstraum“ im Stadttheater Passau

Am 20. Juni feierte das Stück „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare seine Premiere im Passauer Stadttheater. Die deutsche Übersetzung der Komödie stammt von Oliver Heinz Karbus. Er entschied sich für eine eigene, neue Übersetzung der englischen Originaltexte. Mit dem Entschluss die adligen Protagonisten im Versmaß und die Handwerker Prosa sprechen zu lassen, kreierte er eine abwechslungsreiche Komposition. Die Texte wirken frisch und nicht verstaubt, wie man es bei einem Stück, das um 1595 entstand und uraufgeführt wurde, meinen könnte. Karbus’ Anliegen war es, Shakespeares Texte an die heutige Zeit anzupassen und mit heute geläufigen Bildern zu versehen. Eine gelungene Idee, die sich in der Inszenierung perfekt entfalten konnte.

Elfenkönig Oberon

Elfenkönig Oberon

Die Handlung der Komödie kann verwirren, so dass es ratsam ist, sich den Inhalt des Stücks vor der Vorstellung zu Gemüte zu führen. Shakespeare verwebt in seinem Werk vier verschiedene Handlungsstränge miteinander:

  • Die bevorstehende Hochzeit von Athens Herzog Theseus mit der Amazonenkönigin Hippolyta
  • Die ins Wanken geratene Welt der vier jungen Liebenden Hermia und Lysander & Helena und Demetrius

  • Das Reich der Elfen und Feen, das von einem Streit des Königspaares Oberon und Titania überschattet wird

  • Die Gruppe von Athener Handwerkern, die die Tragödie Pyramus und Thisbe für die Hochzeitsfeierlichkeiten von Theseus und Hippolyta einstudieren

Das Drama hat seinen Ursprung in der Konstellation der vier jungen Athener. Hermia liebt Lysander, daher will sie nicht, wie von ihrem Vater bestimmt, Demetrius heiraten. Um der Hochzeit mit ihm zu entgehen, fliehen die Hermia und Lysander in den Wald. Helena und Demetrius folgen ihnen. Er weil das Recht auf seiner Seite steht, sie weil ihre Liebe zu Demetrius ihr keine Ruhe lässt, obwohl dieser sie nicht beachtet. Elfenkönig Oberon will mit Hilfe der Zauberblume und seinem Diener Puck die Liebespaare endgültig zusammenführen. Die Zauberblume, quasi Amors verlängerter Pfeil, sorgt mit ihrer Kraft dafür, dass die Liebe dem Wesen gilt, das nach dem Aufwachen als erstes erblickt wird. Allerdings verwechselt Puck die beiden jungen Männer und das Chaos nimmt seinen Lauf. Da Lysander Helena als erstes erblickt, gilt seine Liebe nun ihr und nicht mehr Hermia. Hermia steht zeitweise alleine da, denn Demetrius liebt durch den Zauber der Blume nicht mehr sie sondern ebenfalls Helena. Während die beiden Männer um Helena buhlen und sich dabei durch den Wald jagen, trifft die Handwerkergruppe für ihre Theaterproben ebenfalls auf der Lichtung im Wald ein. Auch hier kann Puck sich nicht zurückhalten und stiftet Unruhe und Verwirrung. Kurzerhand wird einem der Handwerker ein Eselskopf angezaubert, woraufhin die restliche Gruppe die Flucht ergreift. Da auch Elfenkönigin Titania im Schlaf von Oberon mit dem Saft der Blume beträufelt wurde, gilt ihre Liebe nun dem Esel, den sie nach dem Aufwachen erblickt. Das Chaos endet erst, als der dämmernde Morgen den Zauber dieser Sommernacht verschwinden lässt. Das Stück endet mit der gelungenen Aufführung der Handwerker zu den Hochzeitsfeierlichkeiten von Theseus und Hippolyta. Die frisch getrauten Paare Hermia und Lysander & Helena und Demetrius nehmen ebenfalls an der Feier teil.

Lysander und Demetrius im Streit um Helena

Lysander und Demetrius im Streit um Helena

Die Inszenierung wirkt in Kombination mit den gelungenen Texten kurzweilig, abwechslungsreich und sehr erfrischend. Dennoch regt das Stück bei genauerer Betrachtung zum Nachdenken an. Einerseits hat die Komposition zauberhafte, mystische Seiten, die Sehnsüchte zeigen, die über das Verlangen hinausgehen. Andererseits sind die Schattenseiten nicht zu ignorieren: Die Auswechselbarkeit und Manipulierbarkeit der Liebespartner, wenn die Liebe durch die Blume so stark wird, dass sie blind macht. Dann sind die Menschen nicht mehr in der Lage klar zu denken und rational zu handeln. Die Inszenierung vereint beide Seiten auf eindrückliche Weise miteinander.

Titania verfällt dem Esel

Titania verfällt dem Esel

Thisbe trauert um Pyramus im Schauspiel der Handwerker

Thisbe trauert um Pyramus im Schauspiel der Handwerker

Generell lässt sich diese Interpretation des Sommernachtstraums nur empfehlen. Auch wenn es im Vorfeld der Premiere den krankheitsbedingten Ausfall einer Schauspielerin zu beklagen gab, konnte dies durch einen kurzfristig rekrutierten Ersatz problemlos aufgefangen werden. Gemessen am Applaus der Premierenvorstellung scheint Judith Keller ihre Rolle als „Ersatz-Puck“ im Vergleich zu den restlichen Rollen wohl am Besten interpretiert zu haben.

Text: Veronique Prause
Bilder: Pressefotos zur Verfügung gestellt durch das Landestheater Niederbayern

Start-up spirit

Der Weg von der anfänglichen Idee hin zum eigenen Unternehmen

My muesli, crealytics, my ID-Keeper oder Waduba – alle haben eines gemeinsam: die erfolgreiche Unternehmensgründung. Die Stadt Passau bietet ihren Studenten im Gegensatz zu einer Großstadt wie München, wesentlich einfacher die Möglichkeit, die Idee eines eigenen Unternehmens direkt in die Tat umzusetzen, diese zu gründen. Was man dabei beachten muss, welche Tücken es gibt und wie lang der Weg von der Idee zu Umsetzung sein kann – darüber hat Ralph Bärligea, der Gründer des Online-Marktplatzes Waduba, berichtet.

Ralph Bärligea

Ralph Bärligea

„Am Anfang steht ihr und eure Idee“, ist einer von vielen einprägsamen Sätzen des Vortrags. Die Menschen und ihre Ideen sind einzigartig. Man sollte daher keine Angst haben, sich mit seiner Idee zu blamieren, sondern so früh wie möglich mit anderen Leuten darüber reden. So kann man vielleicht weitere Unterstützer finden, vor allem aber von ihnen lernen und sich inspirieren lassen. Danach kommt es darauf an, die Idee schnellstmöglich umzusetzen. Jeder hat die Möglichkeit etwas zu starten, wenn er es will. Das kann beispielsweise die Gründung einer Facebook-Gruppe als Marktplatz sein. Wer den Start für den Aufbau eines eigenen Unternehmens wagt, geht kein Risiko ein, sondern wird mit Ungewissheit konfrontiert. Risiko ist berechenbar, die Tücken einer Unternehmensgründung lassen sich nicht berechnen, sie treten einfach auf. Man sollte sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen und Probleme erst dann lösen wenn sie wirklich auftreten. Es bringt nichts im Vorfeld alle möglichen Problemlösungspläne zu haben, denn „neun von zehn Problemen lösen sich, ehe sie auftreten.“

Bei der Gründung wird man zwangsläufig mit Menschen konfrontiert. Hinter jeder Idee, jedem Kunden, jedem Investor steht eine reale Person. Wichtig ist im Umgang mit Menschen neben Offenheit und Toleranz auch die Gesprächsebenenkompetenz. Man sollte in der Sprache sprechen, die der Kommunikationspartner versteht, sonst drohen Missverständnisse und man redet aneinander vorbei. Ein Unternehmen lässt sich praktisch in drei Bereiche teilen: Finanzen, Technik, Team. Das Team bildet dabei den Kern eines Unternehmens, für Start-ups, die wichtigste Ressource. Um ein erfolgreiches Team zu haben, ist eine klare Aufgabenverteilung unabdingbar. Dabei ist es vorerst zweitrangig, ob man die Person persönlich mag. Wichtig ist, dass sie ihre Aufgabe gut erfüllt. Man sollte ohne Vorurteile auf die Menschen zugehen und muss lernen, die Leute aufgrund ihrer Kompetenzen zu mögen, da sie das fehlende Teil eines Puzzles sind und dieses komplettieren. Auch die Investoren legen zuallererst Wert auf das Team. Denn, ob die Technik funktioniert und das Unternehmen rentabel wird, hängt am Ende immer vom Team ab. Um etwas umzusetzen, muss man miteinander zusammenarbeiten, ist aufeinander angewiesen. Vor allem sollte man hinter seiner Idee stehen. Daher endet der Vortrag schlicht mit: „Glaubt an euch und eure Idee.“

Die anschließende Fragerunde zeigte weitere Stolpersteine, die bei der Unternehmensgründung auftreten können. Interessant für viele war die Antwort auf die Frage, wie die Idee zur Gründung von Waduba kam und welche Vision damit verfolgt wird. Die Basis bildete das 2012 gegründete Start-up Studentenflohmarkt.de, welches in Passau sehr gut funktionierte, in München jedoch weniger. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Uni ist in Passau Dreh- und Angelpunkt der Studenten. Man bleibt unter sich, hat gemeinsame Orte, gemeinsame Zeiten, eine soziale Gruppe – kurz: einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt. München hat viele Hochschulen und bietet zudem weitere Lebensmittelpunkte, mit denen sich die Studenten identifizieren können. Die Vision von Waduba ist es, soziales Netzwerk und Marktplatz miteinander zu verbinden, damit sich Menschen überall ihre Marktplatz-Gruppen einrichten und so ihren Lebensmittelpunkt selber abbilden können. Das wird eventuell das nächste große Soziale Netzwerk.

Ein nicht ganz unwichtiger Aspekt einer Gründung, ist die Frage der Finanzierung. Eine gute Idee zeigt sich vor allem dadurch, dass sie finanziert werden kann. Waduba wird unter anderem von EXIST, die Existenzgründungen aus der Wissenschaft fördern, unterstützt. Die Bewerbung für das EXIST-Stipendium hat ein halbes Jahr gedauert. Sie besteht aus einem Ideenpapier, das in einem wissenschaftlichen Businessplan die Verbindung von Innovation, Kundennutzung und dem Bezug zur Hochschule zeigt. Wichtig zu wissen ist vor allem, dass man sich für dieses Stipendium über seine Hochschule bewirbt und einen Professor braucht, der das Projekt als Mentor betreut. Die ersten Ansprechpartner dafür an der Uni Passau sind Stefan Jelinek und Dr. Achim Dilling.

Waduba ist ein Online Marktplatz für Privatpersonen und Einzelhändler. Ziel ist es, das Geld über den lokalen Einzelhandel zu verdienen. Es werden einzelne Produkte der Händler eingestellt, um die Zielgruppe anzusprechen und das tatsächliche Interesse zu bedienen.

Ein weiterer gern angesprochener Punkt, ist der Umgang mit der Konkurrenz und die Angst zu scheitern. Auch darauf hatte Ralph Bärligea die passenden Antworten. Der Markt und die Mitbewerber sind das wichtigste Analyseinstrument für eine erfolgreiche Gründung. Eine genaue Analyse zeigt, was erfolgreich funktioniert und was nicht. Von seinen Mitbewerbern kann man am meisten lernen. Sollte die eigene Idee irgendwann von einem größeren Konkurrenten kopiert werden, gibt es zwei Optionen: Man findet einen Investor und kann die eigene Idee weiter verfolgen oder man wird aufgekauft und verliert das Rennen. Nach außen sind die Unternehmer tough und cool, doch innen sieht es oft ganz anders aus, wie Ralph Bärligea zugibt: „Das Gefühl alles hinzuschmeißen, begleitet einen täglich.“ Damit es gar nicht erst so weit kommt, die eigene Idee begraben zu müssen, gibt es nun 5 Tipps von ihm für eine erfolgreiche Gründung.

1. Kommuniziert eure Idee so früh wie möglich und lernt von euren Mitbewerbern.
2. Glaubt an euch und eure Idee, auch wenn sie unmöglich erscheint.
3. Bleibt am Ball. Offene Fragen verschwinden oft von allein.
4. Verkraftet Rückschläge und lernt daraus. Mehrere Versuche führen zum Ziel.
5. Seid von euch und eurer Idee überzeugt. Nur so könnt ihr auch andere überzeugen.

Text von Veronique Prause
Foto von Ralph Bärligea für den CaTer zur Verfügung gestellt

Man macht sich nicht nur Freunde

Im Rahmen der von Prof. Dr. Hahn organisierten Ringvorlesung „Journalismus und PR in Gegenwart und Zukunft“ sprach Christian Frevel von der Non-Profit Organisation (NPO) Adveniat über seine Arbeit und die Aufgaben einer Non-Profit Organisation.

Die Organisationen haben keine wirtschaftliche Macht, sie wollen gesellschaftlichen Profit erreichen und tragen so zum Gemeinwohl bei. Maximal 35 % der Einnahmen dürfen für Werbung und Verwaltungsmaßnahmen verwendet werden. Mit sechs institutionellen Prüfungen pro Jahr werden NPOs weit häufiger geprüft als andere Institutionen. Dadurch, dass es innerhalb der Organisationen kaum formalisierte Organisationsstrukturen gibt und Hierarchien weitestgehend vermieden werden, sind oft lange Wege für Entscheidungen nötig.

Wie aber können derartige Organisationen mit einem niedrigen Budget eine hohe Mobilisierung in der Bevölkerung erreichen? Das allerwichtigste ist, mit Aktionen zu überraschen und so das Thema beziehungsweise die Botschaft zu visualisieren, um auf etwas aufmerksam zu machen. Das gelang unter anderen Greenpeace als sie ein Schlauchboot vor einem riesigen Walfänger platzierten und dieses Bild um die Welt ging. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Erleben. Neben Vision und Mobilisierung über Massenmedien braucht es auch Aktivitäten, in denen die Unzufriedenheit ausgedrückt werden kann. Ein gelungenes Beispiel für Non-Profit PR ist die Ice Bucket Challenge des vergangenen Sommers.
Viele Non-Profit Organisationen leben von Spenden, allerdings geht das Spendenverhalten immer weiter zurück. Es wird fast nur noch bei großen Katastrophen wie dem Tsunami von 2004, dem Hochwasser von 2013 oder Erdbeben wie derzeit in Nepal gespendet. Trotzdem bleibt die Spendenhöhe konstant, da die Durchschnittsspende steigt und weniger Leute mehr spenden. Die großen Spendengalas wie „Ein Herz für Kinder“ oder der „RTL Spendenmarathon“ machen den NPOs das Leben schwer, da vielfach an die Medien gespendet wird, die ihrerseits nur Projekte unterstützen, aber keine eigenen ins Leben rufen, wie viele Non-Profit Organisationen das tun.

Text von Veronique Prause