In Meike Pelzers Leben tut sich nicht viel: Die Durchschnittsfrau aus dem Provinz-Kaff überrascht ihren Verlobten, den spießigen Vorstadt-Schwiegersohn, in ihrer Freizeit gerne mit gemeinsamen Tandem-Touren durch die triste Landschaft. Die Hochzeit steht kurz bevor, beruflich steht Meike als Juniorchefin in der Grasfangsack- Dynastie ihres Vaters auf festen Beinen. Wäre da nicht die beste Freundin mit der sich der perfekte Verlobte in der Gartenlaube vergnügt, und der neu ersteigerte Jeep – gefüllt mit 50kg Kokain.
Nora Tschirner verkörpert diese junge Normalo-Frau, die insgeheim schon immer von einer Rallye durch die einsame Wüste träumt und vielleicht auch davon, endlich mal etwas ganz anderes zu machen. Naivität, Abenteuerlust, Zerrissenheit und Angst werden von der komödienerprobten Schauspielerin glaubhaft dargestellt, wenn auch manche Szenen an die Kindergärtnerin in Til Schweigers „Keinohrhasen“ erinnern.
Meike Pelzer startet den Ausbruch aus ihrem öden Leben und verkauft Kokain, nicht ohne ordentlich einzustecken und sich Krimi-ähnliche Kämpfe mit den eigentlichen Besitzern der Drogen zu liefern. Unterstützt wird sie dabei von Selim (Elyas M`Barek), dem charmanten, gutaussehenden Berliner Türken mit dem sie sich durch allerhand brenzlige Situationen manövriert. Die Liebesgeschichte bleibt natürlich nicht aus. Leider viel zu früh im Film entwickelt sich die zarte Liebe scheinbar aus dem Nichts. Auf dem Weg zur professionellen Drogendealerin bleibt der Besuch eines Nachtclubs nicht aus. Selim singt für Meike, es wird getanzt und der Abend endet in einer gemeinsamen romantischen Nacht im Jeep. Zum Dahinschmelzen. Dennoch verliert der Film an Fahrt. Die gewalttätigen Drogenbesitzer sind überraschend einfach und schnell geschlagen und verschwinden von der Bildfläche, als hätte man nicht gewusst wie diese Episode beendet werden soll. Meike ist wieder das Provinz-Mädchen und lässt sich, nun doch ganz brav, von ihrem Verlobten Philipp, dem angehenden Anwalt, helfen, das Koks loszuwerden. Spannung und Überraschungen sind nicht mehr zu erwarten, eher langatmige Szenen schleppen die Geschichte zum obligatorischen Happy End.
Die nicht ganz stringente, zeitweise stockende Geschichte wird durch das gute Spiel der Hauptdarsteller Nora Tschirner und Elyas M`Barek definitiv aufgewertet. Mit der stark ausgeprägten Vorhersehbar- und Klischeehaftigkeit muss man bei deutschen Komödien wohl rechnen. „Offroad“ von TV- Regisseur Elmar Fischer reiht sich ein in die Riege der derzeit boomenden deutschen Filme a la „Männerherzen“ und „Keinohrhasen“, kann mit diesen aber leider keineswegs mithalten.
Foto: http://www.offroad-derfilm.de/downloads/wp_ipad_768x1024.jpg
Termine
- 22. Apr |   Kuchenworkshop
- 12. Mai GoverNET Karrieretage
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