Die Kirche St. Nikola (Foto: S. Beck)Werner Kuchar schaut ein wenig wehmütig hinauf zur bemalten Decke von Sankt Nikola.  „Pfiade“ sagt er leise. Obwohl die Messe noch nicht zu Ende ist, zieht der Studentenpfarrer zusammen mit den Gottesdienstbesuchern aus der Kirche hinaus in die kalte Nacht. In einer langen Prozession wandern die Kirchgänger, von denen viele Kerzen tragen, über den Innsteg auf die andere Flussseite. Dort wird die Messe in einer anderen Kirche weiter gefeiert.

Es ist kein gewöhnlicher Gottesdienst der am 15. Januar von der Katholischen Studentengemeinde (KSG) veranstaltet wird: Es wird der letzte für einige Jahre sein. Zumindest in Sankt Nikola. „Wir wollten einen besonderen Übergang schaffen“, erklärt der Studentenpfarrer die ungewöhnliche Zweiteilung der Messfeier. Denn die Kirche, die zur Pfarrei Sankt Paul im Pfarrverband Altstadt gehört, muss dringend renoviert werden und wird darum geschlossen. „Die Deckenfresken sind schwer beschädigt, jeder kann die massiven Risse im Stuck sehen und die Gemälde müssen auch aufgefrischt werden“ zählt Kuchar nur einige der maroden Stellen in Sankt Nikola auf. Der Studentenpfarrer schätzt die Kosten für die Restauration auf mindestens vier Millionen Euro. Getragen werden diese Kosten durch den Staat, dem das Gebäude formal gehört. Doch auch die Kirche beteiligt sich an der Finanzierung. Bis zu vier Jahre werden die im Frühjahr beginnenden Arbeiten in Anspruch nehmen.  Die sonntäglichen Gottesdienste der KSG werden bis dahin in Sankt Severin in der Pfarrei Innstadt stattfinden.

Die Risse im linken Querschiff von St. Nikola sind deutlich zu erkennen. Foto (S. Beck)Nachdem die Kirchgänger den Innsteg überquert haben, werden sie dort warmherzig von Pater Jakob begrüßt: „Ich freue mich, dass ihr euch unter den vielen Kirchen, die es in Passau gibt, gerade diese ausgesucht habt.“ Mit gesanglicher Begleitung durch den Männerchor der Innstadt wird der Gottesdienst dann in der Kirche, die für die nächsten Jahre die Heimat der KSG sein wird, weiter gefeiert.  Für die anderen Aktivitäten der KSG, wie etwa den „Morgenimpuls“, der bisher in der Krypta von Sankt Nikola stattfand, wird derzeit ein neuer Musikraum eingerichtet.

Damit sich die Studentengemeinde in Sankt Severin nicht gänzlich fremd fühlt, wird zumindest die Statue des heiligen Nikolaus, dem Patron von Sankt Nikola, auch in der neuen Kirche ihren Platz finden. „Wir wollen damit zeigen, dass wir nach Sankt Nikola gehören und da auch wieder hinwollen, sobald der Umbau abgeschlossen ist“, sagt Kuchar.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 23. Januar 2012 um 09:11 Uhr
 

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