Julia_TomCruise,,Hey, nice to meet you‘‘, hörte ich am 15. Dezember vergangenen Jahres von niemand Geringerem als Tom Cruise, der zur Premiere von Mission Impossible - Phantom Protokoll mit seinem Team in die BMW-Welt nach München gekommen war. Wie die anderen Darsteller nahm sich auch der Hollywoodstar an diesem Tag eineinhalb Stunden Zeit für seine Fans. Der Auftritt in München bildete den Abschluss einer Reihe von Städten, in denen der Film unter Regie von Brad Bird (,,Ratatouille‘‘, ,,The Incredibles‘‘) promotet wurde. Bereits vor Vorstellungsbeginn durfte man gespannt sein, wie dieser neue Agentenfilm im Vergleich zu seinem eher schlechten Vorgänger abschneiden wird.

Die Story ist anfangs nicht ganz so einfach nachzuvollziehen: Ein gewisser ,,Cobolt‘‘ hat Abschusscodes für Nuklearwaffen der Russen in seinen Besitz gebracht und droht diese zu starten. Hinweise darauf sind im Kreml zu finden und das IMF (Impossible Missions Force) schickt Ethan Hunt (Tom Cruise) aus, um diese zu beschaffen. Das Team, bestehend aus Ethan Hunt, Agentin Jane Carter (Paula Patton), William Brandt (Jeremy Renner) und Benji Dunn (Simon Pegg) wird jedoch in eine Falle gelockt, denn Cobolt jagt den halben Kreml in die Luft und der Terroranschlag wird nun dem IMF-Team in die Schuhe geschoben. Der US-Präsident startet deswegen das ,,Phantom-Protokoll‘‘: Die Regierung verleugnet die Existenz der Organisation und so sind sie ab diesem Zeitpunkt auf sich gestellt. Das Team muss nun versuchen, die Drahtzieher des Anschlages ausfindig zu machen - und das so schnell wie möglich. Denn sollte die Mission misslingen, werden alle Beteiligten als Terroristen, die einen nuklearen Krieg geplant haben, gejagt und die Welt in einen globalen Atomkrieg gestürzt.

Brad Bird versteht es, in diesem Film ausgezeichnet eine Adrenalin-überfüllte Szene von einer Sekunde auf die andere auszubremsen und so für einen sehr gut inszenierten Film zu sorgen. Waghalsige Stunts und rasante Verfolgungen folgen Dialogphasen, in denen die Geschichte an Tiefe bekommt und sie glaubwürdig erscheinen lässt. Die Actionszenen überraschen den Zuschauer von einer Sekunde zur nächsten und der Einsatz der ausgefallenen Gadgets sorgt für erstaunte Lacher, etwa in der Szene als sich Ethan Hunt mit Hilfe elektronischer Hanschuhe aus dem 828 Meter hohem Burj-Khalifa-Hotel in Dubai hangeln muss und von Benji Dunn Instruktionen bekommt: ,,Merk dir: Blaues Licht, dann fällst du nicht.‘‘ - ,,Und was heißt rot?‘‘ - ,,Tod.‘‘

Mit diesen und anderen halsbrecherischen Szenen sichert sich Tom Cruise endlich wieder sehr gut gelaunte Kinozuschauer. Denn nicht nur die Action ist zu erwähnen, auch die Schauplätze sind gigantisch: Der Filmemacher führt seine Protagonisten um die halbe Welt, von Budapest über Moskau und Dubai nach Mumbai und Seattle. Das Besondere an diesem vierten Teil ist, dass Ethan Hunt jetzt nicht mehr der sture Einzelgänger aus den Teilen eins bis drei ist, sondern dass er als Teamleiter im Film sehr ernsthaft rüberkommt. Seinen Gegenspieler bildet der Nerd Benji Dunn, der aus dem Inneneinsatz verlegt wurde und für viele Lacher sorgt. Schön zu sehen ist auch, dass nicht immer alles so perfekt geplant abläuft, denn das lässt Ethan und das Team menschlicher erscheinen.

Der einzige Kritikpunkt ist der Bösewicht ,,Cobolt‘‘, gespielt von Michael Nygvist, der als soziopatischer Bösewicht nicht überzeugt. Auch die dunklen Geheimnisse von William Brandt sind nicht überzeugend, da sie zu konstruiert wirken.

Ansonsten aber ist dieser erneute Film in der Hunt-Reihe ein sehr kurzweiliges Vergnügen mit Suchtgefahr, in das man jetzt noch schnell hineingehen sollte!

Übrigens: Auch wenn Tom Cruise auf dem Foto größer aussieht als ich - er hat Schuhe mit Absatz und eine auffallend gerade Haltung.

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 00:16 Uhr
 

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