“The Great Gatsby” und die Goldenen Zwanziger

GatsbyEin wenig Glitzer und Glamour zum Ende des Wintersemester bot am vergangenen Freitag die Aufführung von „The Great Gatsby“ an der Universität Passau. Trotz der recht zweckmäßigen Ausstattung des Hörsaals 5, schafften es die fünf Schauspieler der Tour de Force Theatre Company, die Zuschauer in die Welt der „Goldenen Zwanziger“ eintauchen zu lassen.

Einmal im Jahr wird der Hörsaal zur großen Theaterbühne für englischsprachige Theaterstücke. „The Great Gatsby“ gliedert sich ein in die Reihe der englischen Klassiker, die die die American Drama Group (AEG) in den vergangenen Jahren hier aufgeführt hat. Die Story von F. Scott Fitzgerald ist schnell erzählt, birgt jedoch, wie jede gute Geschichte, Ecken, Kanten und überraschende Wendungen, die für die Zuschauer erst im Laufe des Stücks ersichtlich werden.

Nick Carraway (Charlie Kerson), ein junger Mann aus dem Mittleren Westen zieht nach Long Island, New York, um sich hier eine Existenz als Börsenmakler aufzubauen. Umgeben von reichen und bekannten Nachbarn, taucht er schon bald in die Welt des Überflusses und der exzessiven Partys der reichen New Yorker Oberschicht ein. Seine Cousine Daisy (Kathryn Duffy), ihr Mann Tom (John Berry) und die bekannte Golfspielerin Jordan (Sharlit Deyzac) leisten ihm dabei Gesellschaft.  Stellvertretend für diesen exklusiven Lebensstil stehen die ausschweifenden Partys, die Nicks Nachbar Jay Gatsby (Andrew John Tait) jedes Wochenende gibt. Gatsby selbst hält sich bei diesen Veranstaltungen meist im Hintergrund. Nick bekommt jedoch einen Einblick in Gatsbys Lebensgeschichte: Student in Oxford, Offizier im ersten Weltkrieg und Alkoholschmuggler soll er gewesen sein. Was davon wirklich wahr ist, weiß niemand so genau. Eines ist jedoch klar, Gatsby war vor über fünf Jahren unsterblich in Nicks Cousine Daisy verliebt und jetzt will er sie zurück haben. Um sie zu beeindrucken, schuf er sich seine Existenz als Veranstalter ausschweifender Partys mit einer exklusiven Villa und teuren Klamotten. Zunächst scheint es so, als habe es Gatsby geschafft, Daisy zurückzueroben. Aber wie Nick es so schön sagt: „You can’t repeat the past“, das muss auch Gatsby während des Stücks nach einer Reihe unglücklicher Ereignisse schmerzlich bewusst werden.

Einige wenige Kisten als Requisiten, glitzernde Kleidern, typische Hosenträger, Haarschmuck und die typischen pinke Krawatte von Gatsby: Bei der von Peter Joucla umgesetzten Inszenierung standen eindeutig die Schauspieler im Vordergrund. Und diese Fünf zeigten die ganze Bandbreite ihrer schauspielerischen Könnens. Theater, Gesang und Tanz mischten sich zu einer unterhaltsamen Inszenierung des amerikanischen Klassikers der „Roaring Twenties“. Vielfach in Erinnerung schwelgend verließen die Zuschauer am Freitagabend die Veranstaltung, denn wie ausschweifend der Lebensstil der jungen, reichen unbeschwerten Amerikaner damals wirklich war, können wir uns wohl nur vorstellen.

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