Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“

eifelturmhieß es wieder mal für unsere Reiserporerin Julia, als sie kurzerhand Passau für dreieinhalb Tage gegen die Stadt der Liebe, Paris, eintauschte.
Jeder fährt mit anderen Ideen im Kopf nach Paris und auch Vorurteile sind oft mit im Gepäck: Franzosen essen nur Schnecken und Baguette, es gibt nur Designershops, in denen man zum Preis eines Kleinwagens eine Handtasche von Luis Vuitton erstehen kann und die Kellner sind kleine Teufel, ausgestattet mit weißen Schürzen. Tatsächlich aber hat Paris so viel mehr zu bieten als diese Klischees, denn in einer Stadt mit rund zehn Millionen Einwohnern in ihren 20 Arrondissements (Bezirke) eröffnen sich immer neue Bilder und sei die Reise noch so kurz – wie bei mir dreieinhalb Tage.
Die fünf Klassiker  – Eiffel Turm, Louvre, Champs Elysée, Arc de Triomphe und Notre Dame werden natürlich kulturbewusst „abgearbeitet“. Die wahren Schönheiten von Paris finden sich jedoch eher abseits: Sei es die Freude, dass für  Studenten bis 25 Jahren überall der Eintritt frei ist, das Verweilen in einem Café, um einfach nur die Leute zu beobachten, das Nachtleben oder mitten im Park zu sitzen und die grüne Seite von Paris zu genießen. Da wären außerdem die sagenhaft schönen Museen, denn der Louvre ist zwar bedeutend, aber diese alten Schinken sind vor allem eins: Alt. Das jüngste und angesagteste Museum ist das Centre Georges Pompidou unweit der Notre Dame, welches als Gebäude allein schon Kunst genug ist.
pierelachaiseAuch wunderschön aber so gar nicht hektisch ist der pompöse Friedhof Pére Lachaise. Eine Oase der Stille und ein wahrhaft phantastisches Labyrinth eröffnet sich im Land der Toten mit seinen Grabkapellen, aus Baumkronen geformten Gewölben, Seitenalleen und hausgroßen Grabstätten. Vampirismus, Totenkult, schwarze Messen und Prostitution soll es an diesem außergewöhnlichem Ort geben und die Suche nach den Gräbern von Jim Morrison, Oscar Wilde und Frederic Chopin gestaltet sich weitaus schwieriger als gedacht ….
Und das ganze begleitet von einem Schauer über dem Rücken, denn auf 40ha ist man nahezu immer allein unterwegs.
Um der mystischen Seite ein buntes Kontrastprogramm zu setzen, geht es jetzt mit der Metro ins verruchte Viertel des Moulin Rouge, nach Montmatre:
Im Multikultiviertel der Stadt ist Paris noch das Dorf ihrer Anfänge: Kleine Läden, jeder kennt jeden und auf dem Weg den Berg hinauf zur Sacre Coeur findet sich nicht ein Souvenirgeschäft – herrlich!
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Vor der Sacre Coeur lässt es sich prima pausieren und auf die Stadt blicken, um den nächsten Schritt zu planen.
Gesagt getan und so verbringen wir den letzten Nachmittag auf der Rive Gauche in den Künstlervierteln Quartier Latin und Saint Germain de Pre beim Schlendern vorbei an winzigen Galerien, kreativen und geschichtsträchtigen Cafés wie dem Café de Flore und genießen Flan und Quiche.
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Der Bus wartet schon und nach fast dreieinhalb Tagen Kurzurlaub ist jedes Adjektiv bestätigt und jeder jetzt schon ein bisschen Pariser – zumindest fühlt es sich so an. Diese so abwechslungsreiche Stadt beeindruckt schlichtweg und so stört der Kellner schon nach ein paar Tagen nicht mehr. Und wer weiß,  beim nächsten Mal teste ich vielleicht auch eine escargot?

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