Betrügereien in Online-Immobilienbörsen

Gerade jetzt zum Ende des Sommer- und Beginn des Wintersemesters wird auch in Passau wieder ein reges Kommen und Gehen der Studierendengenerationen stattfinden: Neue Studierende kommen, alte Hasen, welche nun (endlich) ihr Studium absolviert haben, müssen oder wollen weiterziehen und Passau verlassen.

Dabei erfreuen sich vor allem Online-Immobilienmarktplätze größter Beliebtheit bei der Wohnungssuche. Schließlich findet man seine Wunschwohnung nirgendwo so bequem und schnell. Und eine eventuelle Provision eines Maklers erspart man sich bei den meisten Angeboten auch noch.

Doch sollte man nicht jeder Annonce blind vertrauen, denn gerade hier tummeln sich etliche Betrüger, welche versuchen, mit Tricks den, durch die Wohnungssuche eh schon gestressten, Studenten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Eine zurzeit häufige Masche ist momentan im Raum Regensburg vermehrt zu beobachten, so dass es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis auch wir in Passau betroffen sein werden.
Gut also, wenn man vorher weiß, auf welche Offerten man sich lieber nicht einlassen sollte!

 

Der Abzock-Trick funktioniert so:

Der vermeintliche Vermieter einer großräumigen, best-gelegenen und preiswerten Traumwohnung gibt, nach Kontaktaufnahme durch den Mietsuchenden, an, dass dieser die Wohnung damals für seine Tochter/seinen Sohn erworben habe, diese(r) nun jedoch mit dem Studium fertig sei und die Wohnung daher ab sofort frei stehe.

Leider sei man jedoch als Architekt (oder als ein „researcher working for a pharmaceutical company“) momentan im Ausland tätig (in den meisten Fällen war dies bisher England), so dass die Schlüsselübergabe und Erstbesichtigung nicht persönlich erfolgen kann.

Dies sei jedoch alles kein Problem, schließlich könne man sich einfach eines Online-Zahlungsunternehmens bedienen, welches für genau diesen Zweck einen besonderen Service anbietet: Der Endkunde erstellt dort ein Konto, welches er mit einem Geldbetrag (hier der Summe aus Erstmiete plus Kaution) auflädt. Der „Vermieter“ sendet ebenfalls über jenes Unternehmen den Schlüssel an den Mietsuchenden, mit der Bedingung, dass der Betrag von dessen Benutzerkonto nur dann abgebucht wird, wenn dieser den Schlüssel einbehält und die Wohnung daher annehme. Lehnt der Mietsuchende die Wohnung ab, erfolge die Rückabwicklung ebenfalls über jenes Zahlungsunternehmen und das Konto wird (außer durch geringe Nutzungsgebühren) nicht belastet.

Die verwendeten Zahlungsunternehmen sind hierbei meist seriös und bekannt, die Besichtigung und Schlüsselübergabe könnte daher also tatsächlich sicher und ohne Aufwand auf diese Art und Weise erfolgen.

 

Wo tritt also der eigentliche Betrug auf?

Zur eigentlichen Täuschung, zum Betrug, kommt es schließlich dann dadurch, dass der vermeintliche „Vermieter“ dem Mietsuchenden statt eines korrekten Links zum Zahlungsunternehmen einen Link zu einer „Phishing-Seite“, also einer Seite, die die Originalseite des Zahlungsunternehmens imitiert und dieser täuschend ähnlich sieht, sendet.

Fällt der Mietsuchende auf die gefälschte Seite herein, meldet sich der Mietsuchende also auf genau dieser Seite an und überweist den Betrag auf „sein Benutzerkonto“, ist das Geld bereits weg – genauso wie der „Vermieter“. Auch auf den Schlüssel wird man wohl vergeblich warten können.

 

Wie kann ich mich schützen?

Grundsätzlich sollte man bei solchen Angeboten sehr vorsichtig sein. Zwar muss nicht jede Anzeige solcher Art gleich Misstrauen erwecken, auch kann oben dargestellter Service von Zahlungsunternehmen grundsätzlich sehr nützlich sein, doch sind diese ein besonders gefährlicher „Herd“ für Betrügereien.

Es muss unbedingt darauf geachtet werden, auf der richtigen Seite zu zahlen, ein eventueller Link ist also unbedingt auf dessen Richtigkeit hin zu überprüfen.

Weiterhin ist es immer eine gute Idee, den Namen und die Mailadresse des „Vermieters“ zunächst einmal zu googeln. Sollte man es tatsächlich mit einem Betrüger zu tun haben, findet man so relativ schnell Einträge ehemaliger „Kunden“, die vor dem Anbieter warnen.

Wird man auf einen Täuschungsversuch aufmerksam, empfiehlt es sich, diesen dem jeweiligen Zahlungsunternehmen zu melden, so dass dieses weitere Schritte unternehmen kann.

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