Eine Nacht mit Obama, Romney und viel zu vielen Menschen

WahlpartyObama vs. Romney hieß es am vergangenen Dienstag in den USA. Doch nicht nur dort, sondern auch in der Passauer Lemon Lounge wurde die Wahl zelebriert als ginge es ums eigene Land. Als Obama-Fan, USA-Fan, Politik-Fan oder einfach Event-Fan durfte man die Wahlparty, die den Auftakt zu den diesjährigen Medientagen darstellte, nicht verpassen.

Wegen den über 600 Zusagen auf Facebook, dachten sich sicher die meisten: „Lieber ein wenig früher vorbeischauen, vielleicht gibt’s ja ne Schlange“. Die gab es auch, und war um 21 Uhr schon meterlang. Spätestens hier starb in den meisten die Hoffnung auf einen der begehrten 150 Obama- oder Romney-Buttons. Um 22 Uhr war die Lemon Lounge dann voll, aber draußen standen immer noch einige, mittlerweile ziemlich genervte Studenten an, die irgendwann entweder ganz aufgaben oder es später noch mal versuchten. Wer Glück oder Beziehungen hatte und noch rein gekommen war, sah sich aber vor dem nächsten Problem: zu viele Menschen auf zu engem Raum und keine passende Atmosphäre um eine geplante Moderation durchzuführen.

Die Veranstalter hatten mit dem großen Andrang einfach nicht gerechnet. „Wir waren natürlich freudig überrascht, dass so viele Leute gekommen waren. Aber es tat uns einfach so leid, dass wir so viele nicht mehr rein lassen konnten“, meinte Alicia Utz, die Hauptorganisatorin der Wahlparty. Den Hype um die Wahlparty erklärte sie sich einerseits mit der guten Promotion und andererseits mit dem spannenden Kampf zwischen Obama und Romney. „Der USA Wahlkampf passt perfekt zum Thema der diesjährigen Medientage und für uns ist es einfach interessant zu verfolgen, ob Obamas aufwändige Kampagne erfolgreich sein wird“, so Alicia Utz. Die  Organisatoren hatten sich viel einfallen lassen: zwei Moderatoren führten zusammen mit den Professoren Gellner (Politikwissenschaft) und Fitz (Amerikanistik) und dem Englisch Dozenten Scott Foley durch den Abend. Dazu wurden immer wieder Umfrage-Videos zu Themen des Wahlkampfes eingespielt und sogar Live-Schaltungen per Skype durchgeführt: Nach Washington zum Passauer Studenten Torben Hennings, der in seinem Auslandssemester auch bei der Obama-Kampagne mithalf, und zu Klaus Kastan, dem Washington-Korrespondenten des Bayerischen Rundfunks.

Theoretisch ein super Programm, doch praktisch stellte sich der Geräuschpegel und das Gedränge als großes Problem dar. Aber nach und nach spürbar angenehmer. Dann klappte es auch besser mit der Akustik. Ab ein Uhr konnte man dann auf CNN die ersten wichtigen Auszählungen mit verfolgen: Virginia, dann Ohio und kurze Zeit später Florida. Die Ergebnisse waren alle sehr knapp, doch sah es in den wahlentscheidenden „Battleground States“ immer etwas besser für Obama aus. Diese erste Gewissheit schien den meisten Gästen schon die Spannung zu nehmen, denn nach zwei Uhr leerte sich die Lemon Lounge plötzlich immer mehr. Die Verbleibenden verfolgten nun den restlichen Abend die Berichterstattung auf CNN, denn die offizielle Moderation war um circa drei Uhr zu Ende.

Um halb vier dann plötzlich große Aufregung, nervöses Handy-Getippe und Getuschel. Ottfried Fischer und Begleitung hatten sich auf die Party verirrt, tranken ein Glas Wein und unterhielten sich ein wenig mit den perplexen Studenten. Ein überraschender und durchaus prominenter Partygast, dessen Auftauchen man im Nachhinein immer noch schlecht einordnen kann, aber zumindest für eine nette Anekdote reicht. Nachdem die Prominenz sich wieder auf den Weg machte, schien sich auch die Wahlparty endgültig aufzulösen. Die wenigen Hartgesottenen wurden nach vier Uhr durch dezentes Licht-Einschalten und Aufräumarbeiten der Barkeeper nach und nach zum Gehen gedrängt. Erst um circa halb sechs Uhr morgens stand dann auch das eindeutige Wahlergebnis fest, und alle Obama-Fans, die zu Hause die Berichterstattung weiterverfolgt hatten, konnten sich freuen. Ein erfolgreicher Abend für die Demokraten, aber auch für das Wahlparty-Team, die mit viel Aufwand eine interessante und sehr begehrte Veranstaltung auf die Beine gestellt hatten.

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