„Keine bösen Überraschungen“

Keine bösen Überraschungen“

Seit zwei Monaten gibt es das Semesterticket. Stadtwerke und Studenten sind zufrieden

„Ich finde es super“, sagt Sophie. „Ich nutze es, um Freunde zu besuchen, oder um zum Aldi zu fahren.“ Mit ‚es‘ meint die European Studies Studentin das Semesterticket. Seit Anfang April besitzen es alle Studierende an der Uni Passau. Zehn Euro musste jeder Student dafür zusammen mit den Studiengebühren überweisen. Besonders Studenten, die in den Randgebieten Passaus wohnen und bisher alle vier Wochen 27 Euro für ein Monatsticket ausgeben mussten, sparen sich nun viel Geld. „Ich fahre jetzt viel öfter mit dem Bus als im Wintersemester“, sagt Sophie.

In einer Online-Abstimmung im Sommersemester 2012 sprach sich eine breite Mehrheit von fast 90 Prozent der Studierenden dafür aus, dass so ein Ticket eingeführt wird. Heftige Kritik kam aber von vielen Bewohnern der Innenstadt, die auch ohne Bus in wenigen Minuten zur Uni gelangten, aber nach dem Solidaritätsprinzip trotzdem zehn Euro für das Ticket bezahlen mussten.

Carsten konnte diese Kritik noch nie verstehen: „Ich habe vorher in Nordrhein-Westfalen studiert und es hat mich schockiert, das hier viele so stark gegen das Semesterticket waren, nur wegen zehn Euro. In NRW zahlst du hunderte Euro für ein Semesterticket“, sagt er.

 Semesterticket

Der CaTer hat sich nun, zwei Monate nach dem Start des Semestertickets, auf dem Campus umgehört und konnte von der kritischen Haltung gegen das Ticket nichts mehr zu finden: Selbst Studierende, die in der Innstadt oder Altstadt wohnen, halten das Ticket für eine gute Idee. Philipp wohnt nicht weit entfernt von der Uni und nutzt den Bus „höchstens um mal ins PEB oder zur Dult“ zu fahren, dennoch findet auch er, das Semesterticket sei eine „gute Sache“. Er selbst geht jedoch lieber zu Fuß, auch wenn das Wetter regnerisch ist. „Ich bin robust genug, das brauche ich nicht“, sagt er.

Auch Staatswissenschaftsstudentin Anna findet lobende Worte für das Semesterticket: „Ich war zwar nicht explizit dafür, aber für Leute, die weiter weg wohnen, ist es natürlich toll“, sagt sie. Sie wohnt ebenfalls in der Innenstadt und nutzt das Busticket so gut wie gar nicht, kann sich aber vorstellen, im Winter mehr auf den Bus zurückzugreifen.

Doch nicht nur die Studenten sind mit dem Semesterticket zufrieden. Wilhelm Fritz, Bereichsleiter Verkehr bei den Stadtwerken Passau, zieht nach den ersten zwei Monaten des Semestertickets ein positives Zwischenfazit. Man habe keine Erfahrungswerte gehabt, was passieren würde, wenn über 10.000 Studenten plötzlich mit einem Semesterticket ausgestattet wären. Ab dem Beginn des Semesters setzten die Stadtwerke darum zusätzliche Busse ein, so dass es „keine bösen Überraschungen gab“, sagt er. Die befürchteten Engpässe und Überfüllungen seien aber größtenteils ausgeblieben. Lediglich auf der Line 5/6 meldeten die Busfahrer zu bestimmten Zeiten überfüllte Busse. Um den Busverkehr auf diese Linie zu entlasten haben die Stadtwerke Passau vormittags eine Direktverbindung von der Vornholzstraße (in der Nähe des Donau-Schwaben Wohnheims), zur Uni geschaffen. Außerdem werde auf der Linie 8/9 auch in den Schulferien der 15-Minuten Takt am Nachmittag beibehalten und nicht wie vorher in dieser Zeit weniger Busse eingesetzt.

Für den Winter rechnet Fritz mit zunehmenden Fahrgastzahlen. Man sei jedoch flexibel und könne schnell reagieren, wenn es zu den Stoßzeiten auf manchen Linien regelmäßig zu überlasteten Bussen kommen sollte, versichert er.

Der Vertrag über das Semesterticket läuft vorerst bis zum Ende des Wintersemesters 2015. Was danach geschieht und ob der Vertrag verlängert wird, hängt unter anderem von den Erfahrungen ab, die Stadtwerke Passau bis dahin mit dem Semesterticket machen.

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