Wilde Kreatürken in Passau

Ein Kurzbesuch von Harald, Hassan, Günda, Anneliese und Mompfred in der Dreiländerhalle

Sonntagabend 18:55 Uhr der Countdown läuft. 18:59 Uhr die Halle verdunkelt sich, die Spannung steigt. Pünktlich um 19 Uhr betritt Bülent Ceylan begleitet von aufwendiger Light- und Musikshow die Bühne der Dreiländerhalle, die während des Programms kurzerhand in die „Mompfred-Fudlapperl-Arena“ umbenannt wird. Wer es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht mitbekommen hat weiß es spätestens jetzt: Der FC Bayern München hat die Champions League gewonnen. Tags zuvor sah er sich in Deggendorf mit Zuschauern konfrontiert, die parallel zur Show den Liveticker des Champions League Finales auf ihren Handys verfolgten. Zum Glück für ihn und die Bayernfans haben die Münchner gewonnen. Als Mannheimer ist er in der Frage ob der BVB oder der FCB gewinnen sollten neutral geblieben. Seine Fans in Passau konnten ihm so die Aufmerksamkeit schenken, die er verdient hat und seinem Programm ohne Ablenkung folgen, was sicher auch für ihn wesentlich angenehmer war. Denn wenn er von der Bühne aus sieht, wie ständig nur aufs Handy geglotzt wird, ist das für ihn sicher nicht sonderlich schön.
Nach diesem kleinen Exkurs zu Beginn kann das Hauptprogramm der „Wilden Kreatürken“ beginnen. Drei Stunden in denen die Lachmuskeln aufs Äußerste strapaziert werden stehen und bevor. Bülent Ceylan spricht nicht nur für sondern vor allem auch mit seinem Publikum. Er sucht den Dialog um seinen sprachlichen Bayerisch Exkurs zu verbessern und zu vertiefen. Phasenweise hat er an den Bayerischen Wörtern und Redewendungen mehr Spaß als sein Publikum selbst. Zudem sorgte er mit seinem „mach Licht, Pole“ dafür, dass zwei Herren, die vom Klo zurück kamen ihren Platz ein wenig schneller fanden. Selbiger Satz fiel auch, als Bülent sich einen Überblick verschaffen wollte, von wo seine Fans für ihn nach Passau gepilgert sind.
Als Comedian verarbeitet er auf der Bühne was er erlebt, es ist eine Art Therapie für ihn. Aus diesem Grund lassen auch der mental etwas zurück gebliebene Harald, der türkische Prolet Hassan, sein Yeti Günda, die klatschsüchtige Anneliese und Mompfred, der sich unablässig über die Probleme mit seiner Ehefrau Waltraud auslässt, nicht lange auf sich warten. Richtig, Herr Ceylan ist „Schizotürk“ wie er selbst betont. Im Übrigen endete Mompfreds Ehestreit mit Waltraud in einem Zettelkrieg, den er so lange mit ihr führte, dass die Zettel ausgingen und sie ihm die Blätter des Klopapiers einzeln unter der Tür zur Toilette durchschob. Das letzte Blatt nutzte er um ihr dieses mit der Aufschrift „In jeder Frau steckt manchmal auch etwas gutes“ aufs Kopfkissen zu tackern.
Das Team das ihn bei der Tour begleitet, ist genauso bunt zusammen gewürfelt wie seine Charaktere, die nach und nach die Bühne betreten durften. Um die Kamera für die zwei Leinwände damit auch die hinteren Reihen etwas sehen konnten, kümmerte sich besagter Pole. Für seine Sicherheit vor und nach der Show ist vor allem sein „lieber Libanese Ali“, wie Bülent ihn seinem Publikum vorgestellt hat, zuständig. Die Bühnenshow mit Licht und Pyrotechnik wird von zwei weiteren Männern bewerkstelligt. Zuletzt gibt es noch Lennart, dessen Aufgabe im Team nicht einmal Bülent selbst benennen konnte, sie muss aber immens wichtig sein, sonst wäre er nicht dabei.
Entgegen der im Foyer aufgestellten Schilder, dass das Fotografieren und Filmen während des Programms nicht gestattet sei, erlaubt er seinen Fans Fotos von ihm während der Show zu machen. Fans halten sich ohnehin in den seltensten Fällen an derartige Verbote. Die Zeit verfliegt, nach 1,5 Stunden unterbricht er sein Programm für eine kurze Pause. Die Zuschauer strömen zur Toilette, den Getränkeständen oder dem Fanshop. Von der Tasse über das Feuerzeug und Schuhabtreter, das Strandtuch, die klassischen Fanshirts oder den „Bülent Hasen“ ist alles dabei. Der Fanshop lässt keine Wünsche offen und preislich hält sich auch alles im für Studenten erschwinglichen Rahmen.
Mit einer spektakulären Abschlussperformance beendet Bülent Ceylan weitere 1,5 Stunden später sein Gastspiel in Passau. Eines ist sicher, dieser Abend hat sich mehr als gelohnt und sein Versprechen mit dem nächsten Programm wieder in Passau Station zu machen, muss er einlösen.

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