Gesehen, gekauft, gelesen – Ein Buchtipp für Fußballfans und solche die es werden wollen

„Dieser Weg wird kein leichter sein…“ , Mein Leben und ich von Gerald Asamoah

    Buchcover Gerald Asamoah 2

    Eines gleich zu Beginn: Man muss nicht zwingend Fußball- oder Schalke Fan sein um dieses Buch zu lesen!
    Die Autobiographie, die Gerald Asamoah gemeinsam mit Peter Großmann dieses Jahr auf den Markt gebracht hat, ist eines jener Bücher, das man nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn man einmal begonnen hat zu lesen. Durch den lockeren Schreibstil und die Beiträge einiger Gastautoren kommt nie Langeweile auf. Seine Freunde und Weggefährten Fabian Ernst, Timo Marner und Otto Addo kommen zu Wort, ebenso sein ehemaliger Trainer Mirko Slomka und auch Manuel Neuer. So bleibt das Buch abwechslungsreich und man sieht nicht nur den Fußballspieler sondern vor allem den Menschen Gerald Asamoah aus verschiedenen Perspektiven.
    Er gehört zu den Sportlern, die nicht nur auf sich sondern über den Tellerrand hinaus schauen. Nicht auf sich und seine Vorteile fixiert, Asamoah hat den Blick für seine Mitmenschen und deren Nöte. Mit seiner Stiftung kümmert er sich um herzkranke Kinder um ihnen ein besseres Leben zu schenken, möglicherweise deren Leben zu retten da auch seine eigene Fußballkarriere durch seine Herzerkrankung vor dem Aus stand. Er kämpfte darum weiterhin als Fußballer seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch dies war nicht sein einziger Kampf. Auch Rassismus sowie die Flucht seiner Eltern nach Deutschland ohne ihn und seine Geschwister oder der Umzug 12 Jahre später von Ghana nach Deutschland, wo seine Eltern inzwischen eine neue Existenz aufgebaut hatten, machten ihm zu schaffen. Der Weg nach oben war steinig aber Gerald Asamoah verstand es diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen, da er sein Ziel Profifußballer zu werden nie aus den Augen verlor.
    Seine Leidenschaft für den Fußball wurde später mit zahlreichen Einsätzen für die deutsche Nationalmannschaft honoriert. 2002 stand er mit der Nationalmannschaft im Endspiel gegen Brasilien und feierte 2006 das Sommermärchen in Deutschland mit. Rückblickend betrachtet stand Asamoah bei seinen ersten Einsätzen für Deutschland schon für eine neue Generation Nationalmannschaft, die uns heute normal erscheint. Eine Mannschaft mit den verschiedensten Nationalitäten, die durch ihr Ziel „attraktiven, guten Fußball zu spielen“ verbunden wird.
    Gerald Asamoah hat eine Geschichte zu erzählen, möchte etwas weiter geben. Er hat das Buch nicht geschrieben um wieder im Fokus der Medien zu stehen, sondern weil es ihm wie auch die Gründung seiner Stiftung eine Herzensangelegenheit war.

    Von Veronique Prause

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