Kalte Dusche für den guten Zweck

Ein Hintergrundbericht zur Ice Bucket Challenge

Ob Bastian Schweinsteiger, Justin Bieber, Lady Gaga, Bill Gates oder Matthias Schweighöfer sie alle haben es bereits getan. Die Liste der Prominenten, die sich vor laufender Kamera einen Eimer Eiswasser über den Kopf gekippt haben ist lang und ließe sich beliebig fortsetzen. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Challenge, die die sozialen Medien und das Fernsehen überflutet?

Die Eiswelle schwappt von Amerika nach Europa
Der Ursprung der mittlerweile beliebten Ice Bucket Challenge liegt in Amerika. Dort kam der ehemalige Baseballstar Peter Frates auf die Idee eine solche Challenge zu nutzen um Aufmerksamkeit für die ALS Association und die damit verbundene Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zu schaffen. Frates leidet selbst an der nicht heilbaren Erkrankung des motorischen Nervensystems.

Quelle: Facebook Chronik Post von Robert Harting vom 26.08.2014
Quelle: Facebook Chronik Post von Robert Harting vom 26.08.2014

Folgen für Betroffene
Bei Patienten, die an ALS erkranken, kommt es mit fortschreitender Dauer zur Lähmung der Muskulatur, Sprech- und Schluckstörungen sowie einer eingeschränkten Koordination. Der gesamte Alltag ist von der Krankheit – die weltweit nur sehr selten auftritt – betroffen. Die Therapie kann lediglich die Symptome lindern, nicht jedoch die irreversible Schädigung der Nervenzellen stoppen.

Regeln der Ice Bucket Challenge und der feine Unterschied zum Verhalten in Deutschland
Die Regeln sehen vor sich einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf zu schütten, dies zu filmen und auf Twitter oder Facebook zu posten. Anschließend werden mindestens drei weitere Personen nominiert. Diese haben nun ihrerseits ein spezielles Zeitfenster in dem sie die Challenge durchführen müssen. Wer die Challenge angenommen hat, spendet danach einen geringen Betrag an die ALA Association. Wer das Eiswasser meidet wird wesentlich mehr Geld los, da der hierfür festgelegte Betrag wesentlich höher ist. Das sind zumindest die Regeln in den USA – auf diesem Weg ist schon viel Geld zusammengekommen.

In Deutschland geht der Spendengedanke des auch als ALS – Ice Bucket Challenge bekannten Phänomens ein wenig unter. Denn in kaum einem der Videos wird auf den ernsten Hintergrund der Eisdusche hingewiesen. Die meisten kippen sich den Kübel Eiswasser über den Kopf und nominieren drei Personen und dem Challenge-Staffelstab weiterzugeben. Wer in Deutschland spenden möchte, kann das bei der Gesellschaft deutscher Muskelerkrankung (DGS) oder der Krzystof-Nowak-Stiftung tun. Letztere wurde 2002 vom ehemaligen polnischen Fußballprofi Krzystof Nowak gegründet. Er spielte zwischen 1998 und 2000 für den Vfl Wolfsburg in der Bundesliga bevor seine Erkrankung an ALS bekannt wurde und er seine Karriere beenden musste. 2005 starb er durch die fortgeschrittene Erkrankung des Nervensystems.

Bleibt zu hoffen, dass die Ice Bucket Challenge nicht nur als Spaß und willkommene Abkühlung im Sommer gesehen wird und man den ernsten Hintergrund der Aktion nicht aus den Augen verliert.

Text von Veronique Prause
Foto: Chronik Post Robert Harting auf Facebook vom 26.08.2014

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