Reisebericht: Auf hoher See nach Schottland

  • Zwischenstopp in Amsterdam

Schottland – der Ort der vielen Seen, an dem es immer regnet. Oder? Zugegeben, es regnet in Schottland mehr als an anderen Orten. Aber dennoch bin ich alle fünf Reisetage über trocken geblieben. Da dieser Landesteil Großbritanniens doch recht nördlich liegt, hat es Mitte April perfekte Reisetemperaturen,insbesondere wenn man mit dem Bus unterwegs ist. Doch nun zum Beginn des fünftägigen Trips. Sich mit einer Reisegruppe die Welt anzusehen, hat definitiv Vorteile – insbesondere wenn man sonntags um 00:30 Uhr irgendwo im nirgendwo auf einem Busparkplatz steht, mit einem Kissen unter dem Arm, und sich wenigstens keine Sorgen machen muss, wie man dann jetzt die gut 1000km bis zum Reiseziel zurücklegen soll. Auch die vielen Baustellen auf der Autobahn können einem ziemlich egal sein, wenn man zusätzlich noch mit Decke bewaffnet in ansatzweise gemütlicher Position die ganze Nacht durchschlafen kann. Spannend wird es dann, wenn man aufwacht und plötzlich von einem Schild mit „Welkom in Nederland“ begrüßt wird. Zusätzlich zu unserer Schifffahrt nach New Castle, England, unserer Unterkunft und der Busfahrt bekamen wir dann auch gleich noch einen Gratisaufenthalt in Amsterdam. Hat man sich dann mal in der niederländischen Pizzeria auf Englisch verständigt, dass man gerne eine italienische Margaritha hätte, ist das Schwierigste auch schon überstanden. 12 Stunden nach Abfahrt erreichten wir nun endlich unser Schiff. Das Zimmer auf Deck 6 war klein und überschaubar, aber dafür konnte man sich ja außerhalb der Kabine die Zeit mit allem erdenklichen vertreiben: Drei Restaurants, ein Casino, eine Bar, so viele Decks, dass ich vermutlich nicht mal alle Seiten vom Schiff gesehen habe, ein Bordshop mit Bekleidungsabteilung und Vielem mehr. Die Fahrt dauerte bis zum nächsten Tag, 9 bzw. 10 Uhr – je nach dem von welcher Zeitzone man ausgeht. Doch die Zeit war sinnvoll genutzt, nicht nur mit schlafen, sondern auch mit dem abnorm großen Buffet, das wir zu unserer Reise dazubekommen hatten. Es gab an die fünf Hauptgänge, eine Salatbar, eine Nachtischbar, ein Kinderbuffet – von dem aber überwiegend die Erwachsenen die Pommes stahlen, ein Käsebuffet, Obst, Gemüse, Meeresfrüchte. An Tag 2 ging es dann von New Castle im Bus, allerdings auf ungewohnter Straßenseite, weiter Richtung Glasgow. Von den Straßenzuständen in England und Schottland mal zu schweigen, eine recht angenehme Fahrt durch eine bezaubernde Landschaft. Angekommen in Glasgow staunten wir nicht schlecht, als wir doch tatsächlich vor dem Double Tree by Hilton standen. Das Zimmer war gigantisch groß und nichts im Vergleich zur Kabine auf dem Schiff. Die zwei Boxspringbetten waren so hoch, dass es schon fast einer Leiter bedurfte, um überhaupt ins Bett zu kommen. Anschließend folgte eine kurze Stadtrundfahrt durch Glasgow. Wir hielten an der Straße und ein kleinerer, glatzköpfiger Mann in Kilt betrat unseren Bus. Während die Augen der ganzen Reisegruppe auf ihn gerichtet waren, packte er sogleich sein eindrucksvollstes Gälisch aus – gestand uns dann nach einigen Sätzen aber doch eine Führung auf Deutsch zu. An beiden Abenden bekamen wir dann im Hotel ein 3-Gänge-Menü aufgetischt, mit dem süßesten ‚banana cake with butter scotch sauce‘ auf diesem Planeten. Tag 3 begann ebenfalls im Hotel, mit einem Buffet, das etwa halb so groß war, wie das auf dem Schiff – und dennoch alles beinhaltete, was ein schottisches Buffet beinhalten muss (auf Haggis habe ich dennoch dankend verzichtet). Der Tag stand ganz unter dem Motto „Loch Lomond und Trossachs National Park“. Ein wunderschöner Park mit einem neuen, aber sehr netten schottischen Reisebegleiter, der uns über schottische Geschichte informierte, uns Fotopausen gewährte und dem offensichtlich als Einziges im ganzen Bus nicht schlecht wurde, bei der huggeligen, kurvigen und wackeligen siebenstündigen Fahrt. Tag 4, und somit auch unser letzter Rundreise-Tag, führte uns noch durch die Hauptstadt Edinburgh und das National Museum of Scotland. Nachdem wir unseren Reiseleiter dann nahe seines Zuhauses abgesetzt hatten, ging es für uns zurück nach New Castle auf die Fähre, die wieder mehr oder minder pünktlich um 18 Uhr Ortszeit ablegte und uns in einer weiteren Nacht, und mit einer kurzzeitig durchaus beunruhigenden Schräglage während des Abendessens, diesmal in einer fast doppelt so großen Kabine auf Deck 12, zurück nach Amsterdam brachte. Nach einer endlosen Menge an Staus, die ich wieder verschlief oder mit Lesen überbrückte, kamen wir dann Donnerstag Nacht gegen 0 Uhr mit einer Menge neuer Eindrücke Zuhause an.

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