Pflanzenhaarfarben – die Alternative zur Chemie

Eine neue Haarfarbe gefällig? Viele greifen bei dieser Idee schnell zu chemischen Haarfarben, die in so ziemlich jedem größerem Supermarkt oder natürlich auch beim Frisör erhältlich sind. Und keine Frage: diese Farben sind bequem und liefern tolle Ergebnisse. Wer aber schon öfter chemisch gefärbt hat, wird bestätigen können, dass man damit seinen Haaren nicht unbedingt etwas Gutes tut. Doch es gibt eine Alternative: Pflanzenhaarfarben (kurz PHF). Die bekannteste ist wohl Henna; irritierenderweise hat sich der Begriff Henna als Oberbegriff für pflanzliche Haarfarben eingebürgert, es handelt sich hierbei aber nur um eine von vielen Pflanzen. Daneben existieren zum Beispiel auch noch Walnuss oder Indigo.

Überlegungen vor dem Färben mit PHF
Bevor man seine Haare mit PHF färbt, sind einige Sachen zu beachten. Zunächst sollten die
Haare frei von sämtlichen Silikonen sein, da diese das Haar verschließen und die PHF so nicht färben kann. Im Gegensatz zu chemischen Farben dringen PHF nämlich nicht in das Haar ein, sondern legen sich darüber. Dazu sollten die Haare seit mindestens zwei Wochen nicht mehr
mit silikonhaltigen Produkten behandelt worden sein. Auf der sicheren Seite ist man hier mit Naturkosmetik. Im Gegensatz zu chemischen Haarfarben ist die Endhaarfarbe mit PHF stark abhängig von der Ausgangshaarfarbe. Je heller diese ist, desto kräftiger wird das Farbergebnis. Reines Henna führt bei blondem Haar zu karottenrot, während bei dunklem Haar ein Rotbraun zu erwarten ist. Vorab eine Probesträhne zu färben, empfiehlt sich vor allem also bei einer hellen Haarfarbe.
Vorsicht gilt aber bei zuvor chemisch gefärbten Haaren. Hier kann es zu unerwünschten Ergebnissen kommen. Blondierte Haare bekommen zum Beispiel schnell einen Grünstich!
PHF haben außerdem keine aufhellende Wirkung. Wer von braun zu blond will, muss daher wieder auf die Chemie zurückgreifen.

Das Färben
Zunächst sei gesagt, dass PHF im Gegensatz zu Chemie aufwendiger sind. Man sollte sich also Zeit und vor allem beim ersten Färben auch Geduld nehmen. PHF sind meistens in Pulverform erhältlich. Je nach Haarlänge wird ein Teil davon mit kochendem Wasser vermischt (Schulterlänge: ca. 150ml Wasser auf 50g Pulver).
Aber Vorsicht: Enthält die Farbe Indigo (bei dunklen Farben) darf das Wasser beim Anrühren auf keinen Fall kochen! Zu heißes Wasser zerstört nämlich die färbende Wirkung des Indigo. Hier empfiehlt sich die beliebte Variante mit schwarzem Tee: Einfach den Tee aufkochen, ziehen lassen und dann mit dem Pulver vermischen. So wird außerdem die Farbe intensiviert. Da das dadurch entstehende Gemisch ziemlich patzig sein kann, ist es sehr zu empfehlen (am besten schon vor dem Färben) den Boden des Bads mit alter Zeitung auszulegen. Um auch
sonst nichts zu färben, was keinen neuen Anstrich bekommen soll, sollte man sich ältere Klamotten anziehen und die Haut am Haaransatz und Hals mit einer fetthaltigen Creme „vorbehandeln“, da PHF auch die Haut färben können. Aber keine Sorge: Sollte das aus
Versehen doch passieren, geht das nach ein paar Tagen wieder weg. Zum Schutz der Hände sollten aber immer Handschuhe getragen werden, denn die bekommen sicher was ab!
Ist die mit Wasser vermischte PHF soweit abgekühlt, dass sie nicht mehr heiß sondern nur noch angenehm warm ist, kann es auch schon losgehen. Wie auch bei chemischen Haarfarben wird die PHF mit einem Färbepinsel vom Ansatz aus bis in die Spitzen des am besten frisch gewaschenen Haares aufgetragen. Ist das erledigt, muss sie unbedingt gut verpackt werden, da PHF nur bei Wärme Farbe abgibt! Oft ist eine Färbehaube beigelegt. Alternativ eignen sich auch herkömmliche Badehauben und optional darüber noch ein Handtuch. Das ganze sollte je nach Ausgangshaarfarbe und dem gewünschten Ton ein paar Stunden einwirken. Dabei gilt grundsätzlich: Je länger, desto intensiver. Bei hellen Haaren reicht aber oft eine „kurze“ Einwirkzeit von ca. 2 – 3 Stunden. Die Grenze nach oben ist allerdings offen: Viele lassen ihre PHF auch über Nacht auf ihren Haaren ihr Werk vollbringen. Beim Auswaschen danach sollte man lauwarmes Wasser verwenden und einfach waschen, bis keine Krümelchen mehr im Haar zurückbleiben. Bei manchen Haarstrukturen mag sich das allerdings schwierig gestalten. In diesem Fall kann mit einer Spülung nachgeholfen werden.

Das Ergebnis
War die Farbe lange genug auf den Haaren und ist ausgespült, staunt man nicht schlecht, welche Farbkraft auch Pflanzen haben können! Natürlich sind sie nicht ganz so kräftig wie Chemie und bleichen daher auch schneller aus. Aber dafür kann man ohne Sorgen auch nach kurzer Zeit und eigentlich so oft man mag wieder nachfärben.
Also: Auch wenn PHF unterm Strich mehr Arbeit machen als chemische Haarfarben, liefern sie
tolle Ergebnisse und sind daher eine super Alternative. Und noch einen schönen Nebeneffekt
bieten sie: So weiche Haare wie nach einer Kur mit PHF hattet ihr noch nie!

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