Impressionen vom Christkindlesmarkt

Teilweise dichtes Gedränge bereits am Samstagvormittag. Nach Ankunft mit dem Zug um 10:30 Uhr waren nur rund 15 Minuten Laufzeit nötig, um den Winterweihnachtswahnsinn zu erreichen.

Eine der wenigen Stellen am Christkindlesmarkt, an der man sich frei bewegen konnte.

Die Größe des Nürnberger Marktes im Vergleich zum Passauer bemerkt man erst, wenn man sich die komplette Angebotsfülle klarmacht: Es gibt mindestens so viele Buden für Weihnachtsdeko und Christbaumkugeln wie es Würstelbuden und Süßigkeitenangebote gibt. Sieben Gassen haben wir gezählt – im Vergleich: In Passau gibt es nur zwei. Kein Wunder, dass man bei so viel Platz auch mal der ein oder anderen „Berühmtheit“ über den Weg läuft – wir sind beispielsweise halb in den Bayerischen Koch Alfons Schuhbeck gelaufen.

Wie man es auch von jedem anderen Weihnachtsmarkt gewohnt ist, lässt man sich mehr oder minder nur durchschieben, wirft im Vorbeigehen einen halben Blick auf die Stände, erkennt jedoch eigentlich nur Hinterköpfe und Rücken. Wenn sich mittags langsam der Hunger meldet, empfiehlt es sich fast, auf eines der vielen nahegelegenen Restaurants auszuweichen, da es schier unmöglich scheint, in Ruhe, und ohne sich anrempeln zu lassen, seine Bratwurst zu genießen.

Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist einer der ältesten Christkindlmärkte Deutschlands – mindestens seit dem 16. Jahrhundert existiert er, aus dem Jahr 1628 gibt es einen schriftlichen Nachweis. Eine Liste aus dem Jahr 1737 beweist, dass rund 140 Handwerker aus Nürnberg berechtigt waren, dort ihre Waren anzubieten. Nachdem der Markt Ende des 19. Jahrhunderts langsam an Bedeutung verlor, nutzten die Nationalsozialisten die Traditionsstätte später zu Propagandazwecken. Im Zweiten Weltkrieg fand der Christkindlesmarkt dann nicht mehr statt, erst 1948 wurde er in der damals komplett zerstörten Altstadt wieder errichtet. Im selben Jahr wurde die Schauspielerin Sofie Keeser erstmals als Christkind eingesetzt, darauf folgte Schauspielerin Irene Brunner. Seit 1969 wird jedes Jahr ein neues Christkind gewählt – eine Nürnbergerin zwischen 16 und 19. (Weitere Infos: www.christkindlesmarkt.de)

Wer noch auf den letzten Drücker einen Abstecher nach Nürnberg wagen möchte: Der Christkindlesmarkt ist noch bis 24.12.2017 bis 14 Uhr geöffnet.

Morgendliche Zugverbindungen von Passau (mit dem Bayernticket):
Freitag / Samstag – 7:25 Uhr, 8:26 Uhr, 9:19 Uhr, 10:26 Uhr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.