Reading as fast as I can

Zugegeben – ich gehöre ja zu denen, die erst sehr spät auf den Gilmore-Girls-Zug aufgesprungen sind. Aber als die Serie im Jahre 2000 anlief, war ich eben erst ein Kindergartenkind und auch in den Jahren darauf guckte ich nur vereinzelte Folgen. Doch dank Netflix hat Stars Hollow auch mich Jahre später für sich gewinnen können! Natürlich durfte anschließend auch das Buch von Lorelai-Darstellerin Lauren Graham nicht zu kurz kommen. So holte ich mir den Schmöker mit dem ansprechenden Titel „Talking as fast as I can“ – ganz klar eine Gilmore Girls Anspielung für jeden, der die Serie kennt. (Schneller kann wirklich niemand reden6)

Und was soll ich sagen? Lorelai aka Lauren hat gesprochen so schnell sie konnte, ich habe gelesen so schnell ich konnte!
In 13 Essays schreibt sie in einem Ton und mit viel Witz, welche beide glatt von Lorelai kommen könnten, von sich selbst. Sie schenkt uns Einblicke in ihr privates und selbstverständlich auch in ihr berufliches Leben. Dabei nimmt sie sich nie zu ernst und spart auch nicht ihre tragisch-komischen Erlebnisse am Anfang ihre Karriere aus, als sie mit einem kleinen Versprecher für unterdrückte Lachkrämpfe bei den Jurymitgliedern sorgte. Aber trotz solchen Patzern hat Lauren es geschafft, sich bis zur Rolle der Lorelai hochzukämpfen. Was das für sie bedeutete, merkt man vor allem in den Kapiteln, in denen sie ihre Zeit bei Gilmore Girls Revue passieren lässt. Jede der sieben Staffeln wird einzeln beleuchtet: Was waren das noch für Zeiten, als Lorelai und Rory mangels Internetanschluss Pizza mithilfe eines Telefonbuchs bestellen mussten. Und wer fragt sich heutzutage beim Anblick der Klamotten nicht, ob die Menschheit damals an mal mehr mal weniger ausgeprägter Geschmacksverirrung litt?

Was das Dasein als Schauspielerin noch so mit sich bringt – vor allem, wenn man den Journalisten seit langer Zeit kein Date vorweisen kann und stattdessen vom eigenen Vater zu sämtlichen Events begleitet wird. Aber auch dieses Kapitel ihres Lebens hat Lauren gemeistert und kann – nun in festen Händen – mit einem Lächeln darauf zurückblicken.

Aber bevor ich jetzt noch mehr vorwegnehme: Beim Lesen dieses Buches fühlt man sich wie bei einer Unterhaltung mit seiner besten Freundin. Lauren Graham stellt sich auf eine Stufe mit uns „Nicht-Schauspielern“ und berichtet ehrlich und schonungslos Geschichten aus ihrem Leben. Sie zeigt ganz klar, dass sie trotz ihrer Karriere eben auch nur ein Mensch ist und auch als solcher gesehen werden will.

Also nehmt euch doch eine Tasse Kaffee und lauscht den Geschichten rund um Stars Hollow und über seine Grenzen hinaus.

Foto: Laura Meyer

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