Hilfreiche Tipps für ein Leben mit weniger Plastik

Hilfreiche Tipps für ein Leben mit weniger Plastik

 

 Es ist erschreckend, welche gigantische Mengen wir täglich an Plastikmüll erzeugen. Das Material hat gravierende Auswirkungen auf unsere Umwelt, die Tiere und auch auf uns Menschen. Plastik braucht, je nach Kunststoff und Dicke, bis zu 500 Jahre bis es verrottet. So bleibt es Jahrhunderte in unserer Atmosphäre. Und täglich wird es mehr.
Jeder Einzelne kann im Alltag dazu beitragen, die Plastikflut etwas einzudämmen.
Wir möchten euch hier einige Ideen vorstellen.

Ideen für einen plastikarmen Einkauf

  • Einkaufskorb/ Tasche mitbringen
    In Deutschland werden pro Jahr 5,3 Milliarden Plastiktüten – mit einer Gebrauchsdauer von 25 Minuten – verbraucht. Pro Minute sind das 10.000 Tüten. Derzeit werden hiervon lediglich 6,6 % recycelt (plasticskills.com). Eine Stofftasche ist deutlich praktischer und passt zusammengefaltet in jede Jackentasche.
  • Obst & Gemüse lose kaufen
    Die Früchte müssen sowieso gewaschen werden. Warum dann noch in eine sinnlose Plastiktüte packen?
  • Einkauf auf dem Wochenmarkt, im Hofladen, beim Bauern und im Unverpackt-Laden
    Hier kann man oft eigene Behälter (z. B. Dose für den Käse) für die Produkte mitnehmen. Die Produkte sind meist frischer und auch die Qualität ist häufig besser. Darüber hinaus unterstützt man kleine Betriebe vor Ort und sieht, wo die Lebensmittel herkommen.
  • Auf Einweg-Plastikflaschen verzichten
    Im Schnitt verbraucht jeder Deutsche 207 Einweg-Plastikflaschen pro Jahr. Stündlich sind das 2 Millionen Einweg-Flaschen aus Plastik. Der Verbrauch steigt stark an und mittlerweile haben Einweg-Plastikflaschen einen Gesamtanteil von ca. 54 Prozent an den Getränkeverpackungen. Würde man die jährlich verbrauchten Flaschen aneinanderreihen, dann würden sie die Fläche der Stadt Kassel vollständig unter einem Müllberg begraben. (Deutsche Umwelthilfe).
  • Milchprodukte in Glasbehältern kaufen
    Sahne, Milch, Joghurt und Quark wird häufig auch in recyclebaren Glasflaschen angeboten. In Unverpackt, Bio- und Hofläden wird man auf jeden Fall fündig, aber auch einige Supermärkte haben diese umweltfreundliche Alternative bereits in ihr Sortiment aufgenommen.
  • Mehrfachplastikverpackungen umgehen
    Mehrfachplastikverpackungen, wie man sie beispielsweise von vielen Süßigkeiten, Scheiblettenkäse oder Spülmaschinentabs kennt, erzeugen viele Abfälle und schaden der Umwelt mehrfach.
  • Fertiggerichte vermeiden
    Fertiggerichte erzeugen Unmengen an Plastikmüll. Außerdem können sie schädliche Spuren in unserer Nahrung hinterlassen.
  • Online-Einkäufe umgehen
    Einkäufe im Online-Shop sorgen für eine Menge an unnötigen Verpackungsmüll in Form von Kisten, Kartons, Styropor und Folie. Dazu kommt, dass meist jedes Produkt einzeln in Plastik eingetütet ist.

Ideen um unterwegs Plastik zu sparen

  • Eis in der Waffel genießen
    Hier spart man gleich doppelt an Plastik, weil man weder Becher, noch Kunststofflöffel benötigt.
  • Snaks To Go umgehen
    Mehr als 100 Millionen Tonnen Plastik werden pro Jahr für Produkte, die innerhalb von 5 Minuten genutzt werden, hergestellt (www.greenpeace.de).
  • Auf Einweg Geschirr und Besteck aus Plastik verzichten
    Am umweltfreundlichsten ist es natürlich, das Geschirr nach dem Benutzen einfach abzuspülen.
  • Eigenen Kaffeebecher benutzen
    Coffee To Go Becher, Plastikbecher und Rührstäbchen produzieren Mengen an Müll. In Deutschland werden stündlich 320.000 Einwegbecher verbraucht. Für die Herstellung werden Milliarden Liter Wasser und zehntausende Tonnen Kunststoff und Holz verbraucht (Deutsche Umwelthilfe). Die Innenbeschichtung der Pappbecher erschwert das Recycling. Oft kommen noch ein Plastikdeckel und ein Löffel hinzu. Der eigene Kaffeebecher ist deutlich praktischer und das Heißgetränk bleibt länger warm.
  • Strohhalme vermeiden
    Trinkhalme sind komplett unnötig für den Verzehr der meisten Getränke. Sie sind eine gefährliche Falle für Meeresbewohner, weil sie häufig mit Nahrung verwechselt und gefressen werden. Die Tiere verenden dann meist qualvoll an den Verletzungen. Vor drei Jahren wurde in Youtube ein Video eingestellt, das zeigt, wie Wissenschaftler einen etwa 15 Zentimeter großen Strohhalm aus der Nase einer Meeresschildkröte entfernen (nationalgraphic, youtube). Strohhalme können abgewaschen und so weiterverwendet werden. Es gibt auch hier einige Alternativen aus Papier oder auch Naturstroh.

Tipps für ein möglichst plastikfreies Leben Zuhause

  • Unvermeidliche Verpackungen weiterverwenden
    Manche Plastikverpackungen, wie z. B. Verpackung von Toilettenpapier, lassen sich nur schwer umgehen, aber sie lassen sich als Mülltüten wiederverwenden.
  • Alternativen aus anderen Ressourcen nutzen
    Häufig gibt es für alltägliche Gegenstände aus Plastik zahlreiche Alternativen, die hauptsächlich im Unverpackt-Laden angeboten werden. Beispiele hierfür sind Zahnbürsten aus Bambus und Zahnputztabletten.
  • Festes Shampoo benutzen
    Haarseifen schützen nicht nur die Umwelt, sondern haben sehr viele weiter Vorteile gegenüber normalen Shampoos. Sie sind sehr ergiebig und enthalten meist deutlich weniger schädliche Inhaltsstoffe als flüssiges Shampoo.
  • Seifenstück verwenden
    Seifenstücke kann man meist lose oder in Papier eingewickelt kaufen. Wer gar nicht auf Flüssigseife verzichten möchte, kann einen Seifenspender aus Glas verwenden und durch möglichst große Nachfüllpackungen eine kleine Menge an Kunststoff einsparen.
  • Reinigungsmittel und Drogerieprodukte selber herstellen
    Im Internet (z. B. www.organischgedacht.de) finden sich zahlreiche hilfreiche Rezepte für Spülmittel, Reinigungsmittel für den Backofen, Scheuermittel, Entkalker und Klarspüler. Aber auch viele Drogerieprodukte, wie z. B. Lippenpeeling, kann man selber herstellen. Diese bestehen meist aus Hausmitteln und enthalten so deutlich weniger Chemie.
  • Küchenhelfer aus Holz verwenden
    Schneidebretter, Kochlöffel & Co aus Holz sind lange haltbar und sehen meist auch schöner aus.
  • Am Briefkasten Schild „Bitte keine Werbung“ anbringen
    Den Müll von Werbeprospekten, die häufig eingetütet sind, kann man sich mit einem einfachen Hinweisschild am Postkasten sparen.
  • Eigenes Beet anlegen
    Der Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern auf dem Balkon oder im Garten macht Spaß und man spart sich eine Menge an Müll.
  • Dauerbackmatte nutzen
    Abfälle von Backpapier können komplett wegfallen, wenn man eine praktische Dauerbackmatte verwendet.
  •   Geschenke nachhaltig verpacken
    Bei Geschenkeverpackungen gibt es zahlreiche kreative Alternativen und ausgefallene Ideen. Ein häufiger und hilfreicher Tipp ist es, das Geschenk im Geschenk (z. B. Küchentuch, schöne Box aus Papier, Glas, Tuch…) zu verpacken. Tesafilm ist sehr schwer zu recyceln und sollte daher sparsam eingesetzt oder durch Bio-Klebstoff ersetzt werden.
  • Taschentücherbox
    Taschentücherboxen sind im Vergleich zu kleinen, eingeschweißten Tempopackungen deutlich plastikärmer.
  • Mülltüten aus Zeitungspapier
    Mülltüten für den Bio- oder Papiermüll können ganz einfach aus alten Zeitungspapierresten gefaltet werden. Im Internet, z. B. www.smarticular.net, lassen sich viele hilfreiche Anleitungen finden.

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