40 Jahre Universität Passau

In 40 Jahren kann so Einiges geschehen: Menschen fliegen zum Mond, das Digitale Zeitalter beginnt und im beschaulichen Passau in Niederbayern wächst eine Universität heran, die aus dem heutigen Stadtbild nicht mehr herauszudenken ist.

Das diesjährige Jubiläum der Universität gibt daher noch mehr als sonst Anlass für einen kleinen Rückblick auf die Anfänge und vor allem: einen Blick in die Zahlen.

Offiziell eröffnet wurde die Universität, die damals nur aus einer Bibliothek in der heutigen Innstegaula, dem Gebäude Katholische Theologie, der Geschäftsstelle in der neuen Residenz und dem Nikolakloster bestand, im Jahr 1978 und ist damit Bayerns jüngste Hochschule. Im ersten Wintersemester waren 463 Studenten immatrikuliert. Fun Fact: Die allererste Studentin war eine Frau: Regina Nagler, Matrikelnummer “01”. Im Sommersemester 2018 waren es im Vergleich dazu 12.117 Studenten, was einer Steigerung um 2517% entspricht. Die 12.000er-Marke wurde erstmals im Wintersemester 2014/2015 geknackt. Damit stellen wir Studis übrigens beinahe ein Viertel der Gesamtbevölkerung Passaus! Wenigstens bleibt es in den Hörsälen so schön kuschlig warm.

Der Campus selbst ist natürlich auch fleißig gewachsen: Aus vier Gebäuden wurden 27, die sich heute auf einer Fläche von fast 17 Fußballfelder gut einen Kilometer lang am Inn entlang ziehen. Schon zweimal (2009 und 2018) wurde Passau zum “Schönsten Campus Deutschlands” gewählt. Wen es trotzdem ins Ausland zieht, dem steht mit aktuell 235 Partnerunis buchstäblich die Welt offen. Und das sind immerhin noch 40% aller Studierenden. Tendenz steigend.

Das Leben am Campus wird auch durch eine Vielzahl an Hochschulgruppen geprägt: Über 70 Stück gibt es davon aktuell. Und die Studenten wollen ihren Uni-Alltag natürlich auch mitgestalten: Alleine ein halbes Dutzend der Hochschulgruppen haben einen politischen Hintergrund, dazu kommen Vertreter wie der AStA und die Fachschaften. Von diesen Vertretern werden in den kommenden Semestern übrigens wegen einer geplanten Umstrukturierung genau 0 (In Worten: Null) in der erweiterten Universitätsleitung sitzen.

Den Universitätsalltag halten über 1100 Angestellte am Laufen, darunter über 120 Professoren und ein (In Zahlen: 1) Psychologe. Der erste ordentliche Professor war ab 1978 Dr. Michael Kobler, der Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte lehrte und von seinen Studis nur liebevoll “Papa Kobler” genannt wurde.

Besonders stolz ist die Universität Passau auf ihre Bibliothek, die in fünf Teilbibliotheken aufgeteilt ist. Gemeinsam haben diese Teilbibliotheken einen Bestand von über 2 Millionen Büchern und Zeitschriften und eine Kapazität von 1130 Arbeitsplätze. Mit ein bisschen Prozentrechnen ergibt sich daraus, dass rund 91% der Studis im Stehen lernen müssen. Verständlich, dass sich da so Mancher in der Prüfungsphase bereits um 8 Uhr morgens in die Bib quält, um einen der begehrten Plätze zu ergattern. Wer es nicht schafft, kann dank externem Zugang zu Digitalisaten der Werke aber auch von Zuhause aus lernen. Jedenfalls solange sich das gewünschte Buch unter den 5% (ca. 100.000) der Bücher befindet, die bisher in digitaler Form vorhanden sind.

In Sachen digitales Zeitalter spielt die Universität Passau weit vorne mit: Kabelloses Internet ist beinahe auf dem gesamten Campus verfügbar. Über 200 WLAN- Access-Points gibt es aktuell. Und die werden fleißig genutzt: An manchen Access Points wurden bis zu 3100 gleichzeitige Nutzer gemessen- wie viele dieser Endgeräte Smartwatches sind, ist nicht bekannt.

Auch die knurrenden Studentenmägen werden in Passau bedient: In der 1986 eröffneten Mensa bietet das Studentenwerk Gerichte für jeden Geschmack an. Dafür erhielt die Mensa sogar mehrfach Auszeichnungen, unter anderem ein “Goldenes Tablett” für die beste Atmosphäre. Und auch wenn man sich statistisch gesehen den Stuhl aktuell mit 21 Kommilitonen teilen muss, kann man dem nur zustimmen: Nirgends isst man schöner zu Mittag als auf der direkt am Inn gelegenen Terrasse der Mensa.

Ja, in den vergangenen 40 Jahren ist so einiges passiert. Es muss in Zukunft aber auch noch einiges angepackt werden, um die “hervorragende Studienbedingungen” (Quelle: Website Universität Passau) weiterhin so aufrechtzuerhalten, wie wir den Campus Passau kennen und lieben.

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