Kein Volksfest ohne Tracht

Kirmes, Rummel, Kirta oder Jahrmarkt – egal wie man es in der Heimat nennt – jeder kennt es: Das Volksfest! Und wenn nicht von daheim, dann zumindest aus den Nachrichten über die Wiesn. Und gerade jetzt im Sommer ist Hochsaison für alle Volksfest-Wütigen. Und was darf hier neben Riesenrad und Bierzelt auf gar keinen Fall fehlen? – Natürlich eine Tracht!

Wer früher noch schief angeschaut wurde, wenn er mit traditioneller Kleidung auf’s Volksfest gegangen ist, wird jetzt schief angeschaut, wenn er ohne kommt. Durch ein unausgesprochenes Credo gehören Volksfest und Tracht mittlerweile schlichtweg zusammen.

Besonders Jugendliche bekennen sich durch ihre Tracht (nicht nur beim Volksfest) immer öfter zu ihrer Heimat, denn immerhin sind Dirndl, Lederhosen und Co. bayerische Tradition. Da wird auch der Volksfest-Tourist zum besten Kumpel, wenn er nur eine g’scheide Tracht anhat. Denn an sich ist es auf dem Volksfest ja schon ein bisschen wie auf dem Laufsteg: Die Damen präsentieren ihre feschen Dirndl – von Herz- über V-Ausschnitt, kurz oder lang, ist alles vertreten. Und die Herren messen sich an der Schießbude. Ein kleines „Who is Who?“ der Dorfgemeinschaft quasi. Wer hat das schönste Dirndl? Wer hat am meisten getrunken?

Aber das Schönste an Kirmes, Kirta und Jahrmarkt ist doch, dass man mit g‘selligen Gleichgesinnten, egal woher sie kommen, an einem Ort zusammen feiern kann. Noch dazu sitzen hier oftmals alle Generationen zusammen an einem Tisch. Meist verbindet man mit den Volksfesten zahlreiche schöne Erinnerungen, die einen das ganze Leben über begleiten.

Als kleines Kind hat man sich auf dem Riesenrad ganz groß gefühlt, sich in der Geisterbahn ganz mutig gegeben und dann doch hinter Mama und Papa versteckt. Irgendwann hat man dann seine Eltern nach zwölf Uhr daheim gelassen und mit seinen Freunden die Bierzelte unsicher gemacht. Und später als Student in seiner zweiten Heimat, wo man mit seinen Studienfreunden unvergessliche Abende verbringt, an die man noch lange Zeit gerne zurückdenkt. An sich ist es doch ein schöner Gedanke,
dass eine Tradition, wie das Volksfest es schafft, unterschiedliche Nationen und Kulturen, Meinungen und Ansichten, friedlich zueinander, und in Austausch miteinander
zu bringen.

Wenn es im Bierzelt wieder heißt „ein Prosit auf die Gemütlichkeit“ stoßen alle zusammen an, egal welchen Alters und welcher Herkunft!

Beitragsbild von Patrick Robert Doyle via Unsplash.