Winter, Sonne, Sonnenschein: Mein Auslandssemester in Málaga

Mein Name ist Isabel und ich studiere European Studies an der Universität Passau. Im Rahmen des Doppelmasterprogramms mit der Universidad de Málaga verbrachte ich das Wintersemester 2018/19 in der zweitgrößten Stadt Andalusiens. Was ich dort alles erlebt habe, könnt ihr hier lesen.

Von Isabel Kellermann.

Als ich die Zusage für das Auslandsstudium in Málaga erhielt, war die Vorfreude grenzenlos. Als Halbspanierin sind das Land und seine Kultur für mich nicht fremd, trotzdem waren die Erwartungen hoch, als ich endlich die Chance bekam, einen längeren Zeitraum in meiner zweiten Heimat zu verbringen. Sofort dachte ich an das, was den meisten Menschen in den Sinn kommt, wenn sie an Spanien denken: leckeres Essen, gutes Wetter, schöne Strände. Als ich schließlich Ende September aus dem regnerischen München nach Málaga flog, wurde ich nicht enttäuscht. 30 Grad und Sonnenschein erwarteten mich an der schönen andalusischen Küste und somit stand meinem Erasmus-Abenteuer nichts mehr im Weg.

Die ersten Tage nach meiner Ankunft verbrachte ich damit, die Stadt zu erkunden, die mich mit ihrer Vielfalt sofort in den Bann zog. Málaga hat nämlich einfach für jeden etwas zu bieten. Mit über 300 Sonnentagen im Jahr kommen Liebhaber des guten Wetters natürlich besonders auf ihre Kosten. Vor allem in den Sommermonaten, zu denen in Málaga wettertechnisch auch der Oktober noch zählt, stehen Strand und Badespaß auf
der Tagesordnung. Doch nicht nur auf Grund des Klimas ist diese Stadt einen Besuch wert. Auch kulturell kann Málaga mit den großen Städten Europas mithalten und wird bereits als neue Kunst- und Kulturmetropole Spaniens bezeichnet. Zahlreiche Museen, wie beispielsweise das Pablo-Picasso-Museum, das Carmen-Thyssen-Museum oder das CAC (Zentrum für zeitgenössische Kunst) bieten eine Bandbreite an interessanten Ausstellungen für jeden Geschmack. Das Nachtleben, das für Erasmusstudenten natürlich besonders von Bedeutung ist, lässt in Málaga ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Die zahlreichen Tapas-Restaurants, Clubs und Bars ziehen sich durch die komplette Altstadt und machen jeden Abend zu etwas besonderem.

Für reiselustige Erasmusstudenten ist Málaga ebenso bestens geeignet. Die andalusischen Dörfer und Städte begeistern Menschen aus aller Welt und sollten definitiv einen Platz auf der To-Do-Liste eines jeden Auslandsstudenten finden. Córdoba, Granada und Sevilla sind dabei besonders empfehlenswert. Wer es etwas exotischer möchte, kann sich in das farbenfrohe Marokko begeben. Hier verbrachte ich mit einer Gruppe von Studenten ein aufregendes Wochenende, inklusive Kamelreiten am Strand. Auch Portugal, mit seiner bezaubernden Hauptstadt Lissabon habe ich auf der Liste meiner Reiseziele abgehakt.

Doch ein Erasmussemester besteht natürlich nicht nur aus Fiesta und Siesta. Auch die Universität ist ein zentraler Bestandteil der Auslandserfahrung. Nach einer hürdenreichen Bewerbungs- und Immatrikulationsphase begann Ende Oktober mein Studium in Málaga. Mit drei weiteren Kommilitonen bot sich mir die Chance, sowohl einen Master an der Universität Passau als auch einen Master an der Universidad de Málaga zu erwerben.

Schnell stellten wir fest, dass sich die Universität in Spanien anders gestaltet als in Deutschland. Ein einheitlicher Stundenplan, Mitarbeitsnoten und Anwesenheitspflicht
waren fester Bestandteil unseres Studentenlebens. Das Arbeitspensum war ebenfalls hoch, doch das ist natürlich der Preis, den man zahlen muss, wenn man ein Studium
mit zwei Abschlüssen beenden möchte. Alles in allem waren die angebotenen Kurse, die auf englische Kultur, Literatur und interkulturelle Kommunikation ausgelegt waren, sehr interessant. Die Tatsache, dass in unserem Studiengang zahlreiche Nationalitäten aufeinandertrafen, machte den Austausch zwischen den Studierenden und auch den Dozenten noch interessanter. Deutschland, China, Brasilien, Polen und die Ukraine waren dabei nur einige der Länder, aus denen die Studierenden stammten.

Somit war die Universitätserfahrung, trotz einiger anfänglicher Probleme, durchaus bereichernd und lehrreich. Das Fazit meines Auslandssemester fällt, wie bereits zu erahnen ist, positiv aus. Ich möchte es jedem Studenten ans Herz legen, ins Ausland zu gehen. Sei es Spanien, Italien oder das andere Ende der Welt – Die Erfahrungen, die man in diesem Zeitraum sammelt, sind Gold wert und prägen einen jungen Menschen zutiefst. Das schöne Wetter, das Essen und die Stadt sind dabei im Endeffekt nur nebensächlich. Es sind die internationalen Freundschaften und die Menschen, die man ins Herz schließt, die das Auslandssemester zu dem machen, was es ist: eine unglaubliche Zeit!

PS.: Natürlich werde ich nicht verheimlichen, dass Regen und Kälte auch in Málaga keine Fremdwörter sind und es nachts in den Wohnungen, die meist keine Heizungen haben, bitter kalt werden kann. Doch im Dezember bei 20 Grad am Strand zu sitzen macht mir in Deutschland so schnell keiner nach.

Beitragsbild von Joel Casey via Unsplash.