Bildungsstreik: Passauer Studenten mit mäßigem Interesse

Vollversammlung und Zwischenbericht: Audimax nur halbvoll – Man hätte eigentlich ein größeres Publikum erwartet, wenn man eine Informationsveranstaltung über die aktuelle Entwicklung in Sachen Bildungsstreik auf die Beine stellt. Zumal Uni-Präsident Prof. Dr. Walter Schweitzer und Kanzler Ludwig Bloch anwesend waren. Doch das Audimax war am Dienstag, 2. Februar 2010, gerade mal zur Hälfte gefüllt, als Talita Wüst, Präsidentin des studentischen Konvents, an das Mikrophon trat, um die erschienenen Studierenden zu begrüßen.

Informiert wurde zunächst über Fortschritte der Forderungen des Streiks (siehe CaTer-Artikel „Bildungsstreik-Update“ vom 01.02.10). Danach nahm die Konventspräsidentin kurz Stellung zu den Gerüchten über die Umleitung von Studiengebühren aus der Bibliothek in andere Bereiche (siehe CaTer-Artikel „Wohin fließen meine Studiengebühren?“ vom 30.01.2010.) Sie bekräftigte nochmals die Forderung des Konvents nach mehr Mitbestimmung und Transparenz bei den Finanzen. Die Studierenden hatten nach der Ausführung Zeit, Fragen zu stellen und – wie nicht anders zu erwarten – kam prompt die Frage, ob das Geld denn nun, „wie man munkelt“, in die Tiefgarage geflossen sei. Präsident Schweitzer kommentiert lediglich: „Diese olle Kamelle“. Kanzler Bloch bestätigt aber, dass tatsächlich ein kleiner Teil der Summe zur Sanierung der Tiefgarage genutzt wurde. Aber „beträchtlich mehr in Maßnahmen, die unmittelbar der Verbesserung der Studienbedingungen dienen“, wozu seiner Meinung nach auch die Sanierung der Tiefgarage gehört.

Der dritte Punkt der Tagesordnung war die Verwendung überschüssiger Studienbeitragsmittel, die dadurch zu Stande kommen, dass zukünftig Stipendiaten nicht mehr von Studiengebühren befreit sind. Für die Uni bedeutet das jährliche Zusatzeinnahmen von rund 300 000 Euro. Dem AStA war es – auch im Namen des studentischen Konvents – wichtig, die Meinung der Studierenden dazu einzuholen. Vom 2. Februar 2010 bis zum 30. März 2010 können alle Studenten der Uni Passau über folgende Vorgehensweisen abstimmen:

  • Die zusätzlichen Gelder ausgeben und so mehr Angebote an der Uni schaffen.
  • Die Studienbeiträge zeitweise senken – also eine Entlastung, die zwar allen zu Gute kommt, wenn auch in geringem Maße.
  • Die besten fünf Prozent jedes Jahrganges bekommen von der Uni Passau nachträglich ihre Studiengebühren zurück erstattet. Man könnte diesen Prozentsatz auf zehn Prozent herauf setzen. Damit würde man zwar nur wenige, die aber dafür sehr stark entlasten.

Die Umfrage ist bis 30. März 2010 in stud.IP geschaltet und unter http://is.gd/7K082 zu erreichen.

Nach Offenlegung der Möglichkeiten spricht sich der Präsident für letztere aus. Damit käme man zu einer sinnvollen und vor allem „leistungsorientierten“ Lösung. Ob die Abstimmung nun ausschlaggebender Punkt bei der Entscheidungsfindung der Unileitung sein wird, hält Präsident Schweitzer offen. „Man werde sich damit beschäftigen, aber letztendlich entscheidet der Senat.“

Ob das mangelnde Interesse an der Veranstaltung allgemein mit der Klausurenzeit zu begründen ist, oder der Streik vom 17.November vergangenen Jahres für manche nur eine lustige Aktion war, um ein bisschen Krawall zu machen, bleibt unklar.

Für weitere Informationen: http://students.uni-passau.de/asta.html und weiterhin auf www.unicater.de.

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