“Das Geld ist da!”

 

Zu Beginn wurden vor allem überfüllte Sprachkurse, Hörsäle und Tutorien sowie zu kleine Seminarräume von den studentischen Vertretern angeprangert. Ihre Sorge war vor allem mit Blick auf die Zukunft groß: Werden die aufgeführten Probleme mit der erheblich steigenden Studentenzahl aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs verstärkt? Die überfüllten Sprachkurse seien „ein altes Problem“, antwortete Präsident Schweitzer und räumte ein, dass gerade in den „exotischen Sprachen wie Chinesisch“ nicht ausreichend Lehrkräfte vorhanden sind. „Dafür müssen wir entsprechend sorgen“, versprach er und machte deutlich: „Das Geld ist da.“ Und zwar acht Millionen Euro, die beispielsweise für zusätzliche Tutorien ausgegeben werden könnten.

Appell an Solidarität

Für das kommende Wintersemester seien außerdem 17 neue Seminarräume geplant. Die sollen unter anderem in dem ehemaligen Gebäude der katholisch-theologischen Fakultät in der Michaeligasse untergebracht werden. Auch die Kinosäle des Cineplex und Metropolis könnten laut Schweitzer als alternative Veranstaltungsräume genutzt werden. Die Mehrzahl der Studierenden zeigte sich demgegenüber aufgeschlossen. Grundsätzlich appellierte der Präsident an die Solidarität unter den Studierenden, da gerade hinsichtlich der Tutorien in den unbeliebten Montags- und Freitagsterminen ausreichend Plätze vorhanden seien.

Trotz spürbarem Unmut über die Unterfinanzierung und Platzproblemen in Veranstaltungen, beteuerte Schweitzer: „Wir rechnen mit etwa 10.000 Studierenden im Wintersemester aber ich versichere Ihnen, das kriegen wir hin.“ Da es jedoch auch in der Universitätsbibliothek schwierig ist, das Platzangebot zu erweitern, soll eine Kooperation mit der Passauer Staatsbibliothek abhelfen: Alle Bücher der Uni-Bibliothek können dorthin bestellt werden. Auch hinsichtlich der Mensaplätze sehen die Studierendenvertreter erhebliche Probleme auf die Uni zukommen. 36 zusätzliche Plätze für rund 600 zusätzliche Studenten – das sei eindeutig zu wenig. Senatorin Helena Bennett zeigte sich von der Vorbereitung der Universität Passau auf den doppelten Abiturjahrgang enttäuscht: „Sie hatten zehn Jahre Zeit, sich auf diese Situation einzustellen, wenn es das ist, dann ‚Gute Nacht!‘“

 

Technik Plus

Zweiter Punkt auf der Tagesordnung war das Konzept „Technik Plus“ als Erweiterung und Kooperation mit der Hochschule Deggendorf in abgegrenzten Bereichen. Die Landesregierung habe der Universität Passau Gelder in Aussicht gestellt, wenn sie sich mehr im sogenannten MINT-Bereich orientiere, erläutert Professor Schweitzer. MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und  Technik. Der Mitinitiator des Projekts, Prof. Dr. Burkhard Freitag, sieht darin eine innovative Chance, die Passauer Geisteswissenschaften mit Technik zu verknüpfen. Sieben neue Lehrstühle sollen im Zuge des Projekts geschaffen und neue Studiengänge konzipiert werden. Die Umsetzung soll ab dem Wintersemester 2013/14 erfolgen (mehr Infos hier).

 

Anwesenheitspflicht

Die Anwesenheitspflicht in Vorlesungen oder Sprachkursen ist bereits abgeschafft worden. Sollten einzelne Dozenten doch noch Präsenzlisten führen, sei dies zu melden, betont Präsident Schweitzer.

Im Bezug auf Seminare sei das allerdings komplizierter, so Schweitzer weiter. Hier hinge es davon ab, mit welchem Leistungsnachweis das Seminar beendet würde.

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