Wie arbeitet eigentlich ein Hacker?

 

Der Richter tauschte sein Hacker-Outfit gegen seine Robe und der Hacker seinen Anzug gegen ein „Iron Maden”-Shirt. Doch das Publikum sollte nicht nur unterhalten werden, sondern auch etwas lernen.

Vornamen sind leichte Beute

Schrödel fängt mit dem an, wofür Hacker bekannt sind: Passwörter knacken. Dem Publikum im Audimax zeigt er, wie einfach das ist: Innerhalb von Sekunden probiert eine Software, die es auf russichen Internetseiten zu kaufen gibt, verschiedene Kombinationen durch und hat nach kurzer Zeit die richtige gefunden – in diesem Fall lautete das Passwort tobias. Mit Vornamen läge man als Hacker im übrigen immer gut, witzt Schrödel. Damit die Dokumente und Accounts der Zuschauer aber in Zukunft sicher sind, zeigt der Experte noch, wie man leicht ein schweres Passwort kreiert. Auf jeden Fall soll es mindestens neun Zeichen haben, aus Klein- und Großbuchstaben und auch Sonderzeichen bestehen. Damit man sich diese sinnlose Aneinanderreihung von Buchstaben und Zahlen dann auch merken kann, rät der Experte: „Am besten überlegt man sich einen Satz und bildet dann aus den Anfangsbuchstaben das Passwort. Buchstaben, die anderen Zeichen ähnlich sehen, können dann außerdem noch durch diese ersetzt werden.” So wird beispielsweise aus dem Satz An der Uni Passau wird erstaunlich oft im Internet gesurft das Passwort AdUPw3o!i. „Wenn man sich dann so ein schönes Passwort mit vielen Zeichen ausgesucht hat, braucht der Hacker schon ein paar Jahre, um die Kombination zu entlarven – und bis dahin kann man sich ja auch mal wieder ein neues ausdenken”, so Schrödel.

Warum verlieren Hacker immer ihre USB-Sticks?

Nach dieser lehrreichen Lektion stand schon die nächste Frage im Raum: Warum sollte man niemals einen USB-Stick IT-Spezialist Tobias Schrödel beim Live-Hacking. (Foto: J. Scharnagl)an sich nehmen, den man im Umkreis von 100 Metern um sein Arbeitsgebäude findet? Weil Hacker die Neugier der Menschen nutzen. „Wenn ich an sensible Daten aus Ihrem Unternehmen kommen will, dann kaufe ich einen USB-Stick, spiele einen Virus drauf und verliere ihn zufällig”, erklärt Schrödel die Masche der Hacker. Die Neugier und die Gutmütigkeit der Menschen erledige den Rest, denn die wollen den Stick zurückgeben und suchen folglich darauf nach Hinweisen auf den Besitzer – und schon ist der Stick im PC und der Virus installiert.

Vorsicht vor eifersüchtigen Hackern

Doch nicht nur PCs laufen Gefahr, gehackt zu werden, auch das Mobiltelefon ist ein beliebtes Ziel. Mit Hilfe des Publikums wird folgende Situation nachgespielt: Andrea bekommt vom Hacker ein Handy in die Hand, Achim ruft von seinem eigenen Telefon bei Andrea an. Schrödel mimt den eifersüchtigen Freund, der auf Andreas Handy einen Virus installiert hat – diesen bekommt man im übrigen für 300 Euro im Jahresabo. Der Clou: Schrödel bekommt eine SMS, die ihn darüber informiert, dass Andrea und Achim gerade miteinander telefonieren. Nun kann er bei Andrea anrufen und sich ohne, dass einer der beiden etwas bemerkt, in das Telefonat einhacken und das Gespräch der beiden belauschen. Sieht ganz nach Ärger für Achim und Andrea aus.
Der Abend zeigte dem Publikum, dass im Internet allerhand Gefahren lauern. Wer allerdings ein paar Vorsichtsmaßnahmen beherzigt, ist meist auch vor dem gerissensten Hacker sicher.

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