Weihnachten wird unterm Baum entschieden

Vor zirka 2000 Jahren bestanden die Geschenke-Renner für Kleinkinder bekannterweise noch aus Weihrauch, Myrrhe und Gold. Mal davon abgesehen, dass heute kaum noch jemand weiß, was Myrrhe überhaupt ist – nämlich das Harz des Baumes Commiphora myrrha – taucht vermutlich keine der drei Gaben der heiligen Könige heutzutage noch auf Kinder-Wunschzetteln auf.

Nein, heute regieren pinke Fotokameras, Wii Spielekonsolen und Smartphones unterm Weihnachtsbaum. Zumindest wenn man den aktuellen Media-Markt Werbungen glauben darf. Inwiefern diese Dinge überhaupt kindertauglich sind, ist zwar fraglich, aber dass sie Kinderaugen leuchten lassen, ist kaum zu bestreiten. Also kein Grund damit nicht Werbung zu machen. Als Slogan aber mit den Worten „ Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ zu werben, kann sehr wohl als Zeichen schlechten Geschmacks gedeutet werden. Dass  Weihnachten unter anderem dank dem Coca Cola Weihnachtsmann und seinen Freunden immer mehr zur Feierlichkeit des Materialismus verkommt, ist ja ein offenes Geheimnis. Damit aber auch noch Werbung zu machen, sendet schon eine sehr demoralisierende Botschaft.

Ich weiß ja nicht wie es anderen geht, aber mir wurde als Kind regelmäßig eingebläut, dass es an Weihnachten eben NICHT um die Geschenke geht. Dass ich mich also nicht auf die neue Barbie freuen sollte, sondern über die Geburt Jesu Christi. Dass Weihnachten also nicht unterm Baum entschieden wird, sondern in einem kleinem Stall irgendwo im Nirgendwo vor tausenden von Jahren.

Ob die Message bei mir als Kind ankam, möchte ich bezweifeln. Schließlich freute man sich ja schon das ganze Jahr auf die neue Barbie. Aber Weihnachten war auch immer wunderbarer Winterzauber, an dem das Christkind klingelte, wenn der Baum auf einmal wie von Zauberhand geschmückt war und es überall nach Zimt und Plätzchen roch. Weihnachten wird für mich also primär zu Hause entschieden. Aber da steht ja auch der Weihnachtsbaum. Also hat die Werbung vielleicht gar nicht so unrecht.

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