Fairgnügtes Engagement für Fairen Handel

„Darf es für dich noch ein fairer Snack sein“, fragt Kathi von der Fairtrade Hochschulgruppe „Fairgnügt“. Auf dem kleinen Tisch vor dem Eingang zu Hörsaal 5 im WiWi-Gebäude liegen Chips, Schokoladenriegel, Erdnüsse, Gummibärchen, Kekse und Studentenfutter. Jeden Dienstag wenn das Unikino im Hörsaal 5 stattfindet verkaufen die Mitglieder von „Fairgnügt“ hier fair gehandelte Snacks.

„Fairgnügt“, die Fairtrade Hochschulgruppe Passau, kämpft für den Verkauf fair gehandelter Produkte an der Uni. Fairtrade ist eine Strategie zur Armutsbekämpfung. Bauern und Arbeiter in Afrika, Lateinamerika oder Asien erhalten durch Fairtrade Standards eine Möglichkeit, ihre Dörfer und Familien aus eigener Kraft zu stärken und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern. Sie bekommen laut „Fairtrade Deutschland“ ein stabiles Einkommen und profitieren von Schutzkleidung und sozialer Vorsorge.

Der Verkauf im Unikino ist nicht die einzige Aktion mit der die Gruppe darauf aufmerksam machen will. Anfang des Semesters wurden „unter der Brücke“ zwischen Philo und WiWi Unterschriften für den Verkauf fair gehandelter Bananen in der Mensa und den Cafeten  gesammelt und dafür Tee und selbstgebackenes, „faires“,  Bananenbrot ausgegeben. „Bisher sind die Bananen leider noch nicht fair gehandelt, nur der Kaffee in den Cafeten, Kakao und Tee“, sagt Annika von der „Fairgnügt“ HSG. Zukünftig sollen aber auch die Bananen beispielsweise von Banafair bezogen werden, einer deutschen Importorganisation des fairen Handels, die Bananen zu Fairtrade-Bedingungen nach Europa einführt und vertreibt. Laut Annika ist bis jetzt noch nicht klar, ob die Unterschriftenaktion Erfolg hatte. „ Dafür müssen wir vor den Mensachef treten und unser Anliegen mithilfe der Unterschriften vortragen.“

Durch Weihnachtsverkäufe oder der Teilnahme am Charity Day versucht die Hochschulgruppe weitere Aufmerksamkeit zu erregen und das Bewusstsein für fair gehandelte Produkte zu stärken. Dafür bekommt „Fairgnügt“, genau wie für den Verkauf beim Unikino, Produkte vom Weltladen Passau auf Kommission, die dann ohne eigenen Profit verkauft werden können.

Aktionen wie diese plant die Hochschulgruppe in den Treffen jeden Montag um 20 Uhr. Zusammen wird entschieden, was die HSG als nächstes plant und dann in Einzelgruppen an der Umsetzung gearbeitet. Das nächste große Ziel soll eine Aktionswoche „Öffentliche Beschaffung der Uni“ im Sommer sein. „Die öffentliche Beschaffung der Uni soll in unseren Augen fair und nachhaltig sein, mindestens ohne Kinderarbeit und möglichst ökologisch“, so die HSG. Dabei soll es in Vorträgen und mithilfe von Infoständen darum gehen, dass zum Beispiel Fußbälle, Papier und Reinigungsmittel zu ethisch vertretbaren Konditionen bezogen werden.

„ Der Verkauf im Unikino läuft gut. Spätestens wenn alle Ihre Karte haben und auf dem Weg in den Saal an unserem Stand vorbei kommen werden wir einige unserer fairen Snacks los. Besonders bei so beliebten Filmen wie Hangover 2, der heute läuft“, erzählt Kathi. Die Snacks kosten zwischen 80 Cent und drei Euro. Mit einem von Fairgnügt eingeführten Stempelsystem kann man nach fünf gekauften Snacks mit ein bisschen Glück sogar etwas gewinnen.

Aktuell kämpft „Fairgnügt“ auch noch an einer anderen Front. Sie hat sich für den Publikumspreis des  Fairtrade Award beworben. „Durch diesen Award sollen Engagierte in Deutschland dadurch inspiriert werden und zum anderen soll der Award als Podium dienen, um beispielhafte Arbeit für Fairtrade in Deutschland zu zeigen“, so „Fairtrade Deutschland“ auf ihrer Internetseite. Die Passauer Hochschulgruppe konkurriert dort mit anderen Gruppen, die sich für den fairen Handel engagieren, beispielsweise „Fair Future – Der faire Fußabdruck“ oder der „Fairtrade Initiative Saarbrücken“. Bis zum 13. Februar 2012 kann im Internet unter www.fairtrade-deutschland.de für die verschiedenen Gruppen oder Organisationen abgestimmt werden.

Inzwischen ist es kurz vor Filmbeginn. Die letzten nehmen Ihre Plätze im Saal ein. Studentin Nadine hat sich doch noch für einen kleinen fairen Snack entschieden, bevor der Film anfängt. „Ich finde es wirklich sehr gut, dass die Leute von „Fairgnügt“ sich für den fairen Handel engagieren und darauf aufmerksam machen. Und die Produkte sind genauso lecker wie alle anderen, also warum nicht gleich fair gehandelt?“

Stimmt ab für die Passauer Fairtrade-Gruppe unter:

http://www.fairtrade-deutschland.de/mitmachen/aktionen-von-transfair/fairtrade-award/award-voting/?PHPSESSID=9f2dfafa6fe807fce1202464f9f1ae6c