Die perfekte Welle – Donau, Inn oder Ilz schon bald Surfer-Hotspot?

If everybody had an Ocean across the USA then everybody‘d be surfin‘ –  like California“, so sangen es die Beach Boys im Jahr 1963. Nun liegt Passau zwar weder in Kalifornien noch gibt es hier einen Ozean –  doch gibt es auch hier im tiefsten Niederbayern leidenschaftliche Wellenreiter. Weit entfernt von jedem Meer haben die Passauer bisher aber kaum die Möglichkeit, ihrem Hobby nachzugehen.

Das soll sich bald ändern, wenn es nach den Mitgliedern der Initiative „Welle für Passau“ geht. Diese Initiative fordert eine „stehende Welle“ in der Dreiflüssestadt. „Das kann man sich vom Prinzip her vorstellen wie ein Laufband,“ erklärt Christian Müller, der die Initiative ins Leben gerufen hat. 1994 hat er mit dem Windsurfen begonnen, doch richtig gefesselt hat ihn erst das Wellenreiten ohne Segel. „Man muss sich geistig und körperlich an das Medium Wasser anpassen, man ist ständig mit dem Element verbunden,“ beschreibt er die Faszination dieses Sports. Mit der „Welle für Passau“ will er nun zusammen mit anderen Surfbegeisterten aus der Region diese Faszination auch direkt vor die Haustüre holen. Anders als bei einer Welle im Ozean, die auf den Strand zuläuft und dort endet, bleibt eine Flusswelle rund um die Uhr an derselben Stelle. Erzeugt wird eine solche Welle beispielsweise durch Rampen oder Engstellen, die in einen Fluss eingebaut werden. Im Münchner Eisbach existiert so eine Welle schon seit vielen Jahren und ist zum Magnet für professionelle Surfer und Zuschauer geworden. Auch in Plattling gibt es eine stehende Welle, die 2011 sogar Austragungsort der Weltmeisterschaft im Kajak-Rodeo war. Ähnlich positive Effekte erhofft sich Müller auch für Passau: „Sowohl der Tourismus als auch das lokale Freizeitangebot würden davon profitieren“, sagt er. Nicht nur Surfer, auch die Kajak-Fahrer des Turnvereins (TV) Passau könnten die Welle nutzen. Der Passauer Sportverein würde dadurch enorme Vorteile in der Nachwuchsarbeit gewinnen. Darum steht der TV Passau mit seinen über 2000 Mitgliedern auch voll hinter der Initiative.  In ersten Gesprächen mit der Stadt sei die Idee gut aufgenommen worden, freut sich Müller.

Derzeit läuft ein offizieller Antrag „auf Errichtung einer Flusswelle in Passau.“ Darauf folgt dann eine technische Machbarkeitsstudie, die den geeignetsten Standort finden und die Kosten des Projekts prüfen soll. Dass es in Passau gleich drei Flüsse gebe, sei „eine sehr gute Ausgangslage“ für das Projekt. „Im Idealfall kann man nächstes Jahr schon mit der Planung beginnen“, hofft Müller.

Vielleicht heißt es ja dann bald „We have an Ocean across Passau – everybody is surfin‘“.

Wer die Initiative unterstützen oder einfach nur auf dem Laufenden bleiben will, findet mehr Infos auf der Facebookseite der Initiative: https://www.facebook.com/WellePassau.

Foto: C.Müller