Peking, Passau und zurück: Pamina in China

Der Straßenhändler wirft verschmitzt seine Zigarette in den Rinnstein, als er die beiden Polizisten sieht. Der Bankangestellte lässt seinen Landwind (Anm. d. Red.: chinesische Automarke) in der Tiefgarage stehen und fährt mit der U-Bahn. Das ist Peking im Olympia-Endspurt: „Die Chinesen fiebern diesem Ereignis entgegen, neue U-Bahnlinien entstehen, es wird viel getan, um die Luftqualität zu verbessern. Im ganzen Land gibt es Kampagnen für die ‘Green Olympics’, ‘High-tech Olympics’ und ‘People’s Olympics’.“ Die ehemalige Passauer Studentin Pamina Hagen ist mittendrin.

Seit Beginn dieses Jahres arbeitet die CaTer-Redakteurin als Research Assistant im „German Centre of Industry and Trade“ in der chinesischen Hauptstadt. Die 25-Jährige hat in Passau Kulturwirtschaft mit angloamerikanischem Schwerpunkt studiert, chinesisch gelernt und zwei Auslandssemester an der Peking University verbracht.

„Damals war meine Ankunft in Peking wie ein Sprung ins kalte Wasser und ließ sich mit keiner meiner vorherigen Auslandserfahrungen vergleichen. Meine Sprachkenntnisse waren rudimentär, die Umgebung war so vollkommen fremd – das Essen, die Gerüche, einfach alles.“ Mittlerweile kann sie Peking riechen, das Essen schmeckt und der tägliche Trubel in der Stadt mit den 17 Millionen Einwohnern ist längst zur Routine geworden. Nur bei Behördengängen ist sie froh über jede Hilfe ihrer chinesischen Freunde. „Man man lai“ sagen die Chinesen, Übung macht den Meister. „Chinesisch ist eine unglaublich faszinierende Sprache und ich bin froh, dass ich mich entschieden habe, sie zu lernen. Manchmal ist es aber auch sehr frustrierend, weil man diese Sprache nicht so leicht lernt wie andere“, erzählt Pamina, die noch bis zum Ende diesen Jahres im Reich der Mitte bleiben möchte. Besonders auf die Olympiade im Sommer freut sie sich.

Zwischen zwei Welten

„Für China bedeuten die Olympischen Spiele eine einmalige Chance, sich der Welt zu präsentieren.“ Sehr stolz seien die Menschen auf dieses nahende Großereignis schon jetzt. Doch werfen die Tibet-Krise und die Proteste um den Fackellauf Schatten auf die kommende Weltmacht. Im Westen werden Menschenrechtsverletzungen diskutiert. „Mit meinen chinesischen Kollegen und Freunden sprechen wir oft über Olympia und auch den Konflikt mit Tibet.“ Sie fühlt sich bei diesem Thema wie zwischen zwei Fronten, denn „viele Menschen in China fühlen sich durch die teilweise fehlerhafte Berichterstattung im Ausland in ihrem Nationalstolz verletzt.“ Pamina ist froh, dass sie sich von beiden Seiten ein Bild machen kann. Sie steht in der Mitte von westlichen und fernöstlichen Informationen, auf der einen Seite die deutschen Freunde, auf der anderen die Bekannten aus China: „Jeder sollte sich eine eigene Meinung bilden dürfen.“ meint sie. „Man man lai“ – Übung macht den Meister.